WHO erwartet Tsunami von Corona-Fällen | Aktuell Welt | DW | 29.12.2021
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COVID-19

WHO erwartet Tsunami von Corona-Fällen

Die Weltgesundheitsorganisation warnt wegen der Omikron- und Delta-Varianten vor einem Zusammenbruch der Gesundheitssysteme. Dennoch blickt die Organisation vorsichtig optimistisch auf die weitere Pandemie-Entwicklung.

Genf WHO Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich auf einer Pressekonferenz der WHO zu den beiden derzeit am stärksten verbreiteten Varianten des Coronavirus: "Ich bin zutiefst besorgt, dass das ansteckendere Omikron, das gleichzeitig mit Delta zirkuliert, zu einem Tsunami von Fällen führt." Dies setze das erschöpfte Gesundheitspersonal und die Gesundheitssysteme, die am Rande des Zusammenbruchs stehen, immens unter Druck und werde es auch weiterhin tun, fügte Tedros hinzu.

Omikron auf dem Weg zur dominanten Virus-Variante

Catherine Smallwood - von der WHO-Europadirektion - sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei zu erwarten, dass Omikron in Europa zu einer "großen Zahl von Klinikeinweisungen" führen werde. Dies liege einfach an der zu erwartenden Masse an Infektionen durch Omikron durch dessen Verdopplungsrate von zwei bis drei Tagen.

Die Zahl der weltweiten Coronavirus-Neuinfektionen erreichte mit 6,5 Millionen nachgewiesenen Infektionen den höchsten Wochenwert seit Beginn der Pandemie. Auf der ganzen Welt wurden von 22. bis 28. Dezember durchschnittlich mehr als 935.000 Fälle pro Tag gezählt - 37 Prozent mehr als in der Vorwoche. Das berichtete AFP unter Verweis auf Behördenangaben. Die Zahl der unerkannten Infektionen dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

Coronavirus - Corona-Intensivstation

Versorgung von Corona-Patienten auf Intensivstationen - Schwerstarbeit für medizinisches Personal

Vor allem in Europa, aber auch in den USA, schnellen die gezählten Infektionen in die Höhe. Gleich aus mehreren europäischen Ländern wurden neue Höchstwerte gemeldet. Länder wie Frankreich und Dänemark, wo Omikron sich schon stark ausgebreitet hat, verzeichnen inzwischen so viele Infektionen wie noch nie. In Frankreich wurde am Mittwoch erstmals die Schwelle von 200.000 Neuinfektionen überschritten. Binnen eines Tages wurden 208.000 neue Fälle registriert. In Dänemark wurde mit mehr als 23.000 neuen Infektionsfällen binnen 24 Stunden ebenfalls ein neuer Rekordwert erreicht. Das skandinavische Land hat mit einem Wert von über 1700 die weltweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz.

Auch in Großbritannien wurde mit etwas über 183.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages ein neuer Höchststand erreicht. Die Zahl der COVID-Patienten in den Krankenhäusern stieg auf über 10.000 und war damit so hoch wie zuletzt am 1. März.

WHO vorsichtig optimistisch für 2022

Mike Ryan, der oberste Krisenmanager der WHO, geht davon aus, dass die akute Phase der Pandemie im kommenden Jahr vorüber sein könnte. Dann werde das Virus jedoch nicht verschwunden sein, sagte der Epidemiologe.

WHO-Chef Tedros betonte erneut, wie wichtig es sei, dass bis zur Jahresmitte in jedem Land mindestens 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Dann sei es möglich, dass die Pandemie zumindest mit ihren schweren Verläufen auslaufe. Er appellierte erneut eindringlich an alle Staaten, nicht egoistisch zu sein, sondern bei einer gerechten Verteilung des Impfstoffs zu helfen: "Es ist Zeit, sich über kurzfristigen Nationalismus hinwegzusetzen und durch eine weltweit gerechte Verteilung des Impfstoffs die Bevölkerungen und die Wirtschaft zu schützen."

Kurz vor Weihnachten waren in rund der Hälfte der 194 WHO-Mitgliedsländer noch keine 40 Prozent der Bevölkerung geimpft. In rund 40 Ländern waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

qu/pgr (afp , dpa, ap)

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