Viele Festnahmen nach Krawallen in Paris | Aktuell Europa | DW | 21.09.2019
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Frankreich

Viele Festnahmen nach Krawallen in Paris

Zerschlagene Fensterscheiben, brennende E-Scooter, geplünderte Geschäfte: Während einer Demonstration für mehr Klimaschutz ist es in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Auch "Gelbwesten" waren unterwegs.

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Krawalle halten Paris in Atem

Gewaltbereite Mitglieder des sogenannten schwarzen Blocks mischten sich nach Angaben der Behörden unter die Teilnehmer einer Klimakundgebung, woraufhin zwei Veranstalter, Greenpeace und Youth for Climate, die Demonstranten aufforderten, wegen der Gewalt nach Hause zu gehen. Mindestens 137 Menschen wurden laut Polizei festgenommen.

In der französischen Hauptstadt fanden gleich drei Demonstrationen statt: An der Kundgebung "Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit" nahmen mehrere Tausend Menschen teil. Zuvor gab es bereits eine Demonstration der sozialen Protestbewegung "Gelbwesten", gefolgt von einer Gewerkschaftskundgebung gegen die Rentenreform der Regierung.

Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den "Gelbwesten" auf die Straße und schlossen sich dann der Klimakundgebung an. Der schwarze Block habe sich sehr schnell in die Klimademo eingereiht, die sich gegen 14.30 Uhr auf dem Boulevard Saint-Michel im Quartier Latin in Bewegung gesetzt habe, teilten die Behörden mit. Nach dem Beginn der Ausschreitungen versuchten Sicherheitskräfte, die etwa 150 militanten, teilweise maskierten Demonstranten auseinanderzutreiben. Dabei wurde laut Augenzeugen Tränengas eingesetzt.

Bereits am Vormittag waren mehrere hundert "Gelbwesten" in Paris zusammengekommen. Nach Angaben der Polizeipräfektur wurden Dutzende Teilnehmer festgenommen, von denen einige Hämmer und Benzinkanister mitgeführt hätten. Sicherheitskräfte setzten auch hier Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, die in Richtung der Champs-Élysées unterwegs waren.

Für den Prachtboulevard war ein Demonstrationsverbot verhängt worden, da die Behörden Ausschreitungen befürchteten. Auch Touristen und Pariser, die Sehenswürdigkeiten besichtigen wollten, wurden von der Polizei zurückgedrängt. Einige Gebäude waren am Tag des Denkmals allerdings geschlossen, unter anderem der Arc de Triomphe, der im Dezember von Demonstranten schwer beschädigt worden war.

Nach Angaben der Polizeipräfektur waren rund 7500 Sicherheitskräfte im Einsatz - so viele wie zuletzt am 1. Mai, als es in Paris schwere Krawalle gegeben hatte. Auch Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen bereit. Polizisten in Uniform und in Zivil kontrollierten zahlreiche Menschen.

Klimaproteste gab es auch in anderen französischen Städten, darunter Straßburg und Bordeaux. In Lyon versammelten sich laut Präfektur rund 5000 Menschen. Umweltschützer gehen derzeit weltweit auf die Straße. Anlass ist der bevorstehende UN-Klimagipfel am Montag in New York.

jj/hf (dpa, afp, rtr)

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