″Gelbwesten″ machen wieder mobil in Frankreich | Aktuell Europa | DW | 07.09.2019
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Proteste

"Gelbwesten" machen wieder mobil in Frankreich

Totgesagte leben länger - in ganz Frankreich sind die "Gelbwesten" wieder in etwas größerer Zahl auf die Straße gegangen. Die Organisatoren rechnen mit weiterem Zulauf, wenn die Rentenreform startet.

Frankreich Gelbwesten Proteste in Montpellier (AFP/P. Guyot)

Im südfranzösischen Montpellier ging ein Polizeiauto in Flammen auf - die Polizei setzte Tränengas ein

Nach einem Rückgang der Teilnehmerzahlen bei den "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich hat die Bewegung wieder leicht an Zulauf gewonnen. Tausende Menschen demonstrierten Medienberichten zufolge am Samstag in französischen Städten. Es kam zu mehreren Zusammenstößen mit der Polizei. In Paris seien 89 Menschen vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei der Hauptstadt auf Twitter mit. Zudem habe es mehr als 60 Verwarnungen gegeben.

Frankreich Gelbwesten Proteste in Paris (picture-alliance/abaca/Avenir Pictures/S. Tenani)

800 "Gelbwesten" versammelten sich in Paris

In Paris seien mehr als 800 "Gelbwesten" versammelt gewesen, berichtete der Nachrichtensender BFMTV unter Berufung auf den Pariser Polizeipräsidenten, Didier Lallement. Damit sei die Teilnehmerzahl zwar niedrig, aber höher als in den vergangenen Wochen gewesen, so Lallement. Der große Teil der Demonstranten sei friedlich gewesen.

3000 Menschen demonstrieren in Montpellier

In der südfranzösischen Stadt Montpellier protestierten Berichten zufolge bis zu 3000 Menschen. Rund 500 der Demonstranten gehörten dem sogenannten Schwarzen Block an, wie BFMTV nach Angaben der zuständigen Präfektur Hérault berichtete. In der Innenstadt Montpelliers ging ein Polizeiwagen in Flammen auf, die Polizei setzte Tränengas ein. Zwei Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Es habe sich nicht um einen friedlichen Protest gehandelt, teilte die Präfektur auf Twitter mit. Die Gewaltakte seien nicht tolerierbar.

Frankreich Gelbwesten Proteste in Montpellier (Getty Images/AFP/P. Guyot)

In Montpellier macht vor allem der gewaltbereite "schwarze Block" von sich reden

Auch in der nordfranzösischen Stadt Rouen protestierten mehrere Hundert Menschen, obwohl die Stadt Demonstrationen für Samstag zuvor per Dekret verboten hatte. Mehrere Demonstranten wurden vorläufig festgenommen und mehr als 100 verwarnt, berichtete die Zeitung "Le Parisien" unter Berufung auf die zuständige Präfektur. Kleinere Kundgebungen fanden in den Städten Marseille, Lille, Straßburg, Dijon, Bordeaux und Toulouse statt.

Die "Gelbwesten" demonstrieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung; die Proteste entzündeten sich damals an der geplanten Erhöhung der Spritpreise. Aktuell hoffen die politischen Führer der Bewegung auf ein Aufleben der Bewegung, wenn die Regierung mit einer Reform des französischen Rentensystems beginnt.

nob/stu (afp, dpa)

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