USA warnen vor neuen Anschlägen in Sri Lanka | Aktuell Asien | DW | 30.04.2019
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Südasien

USA warnen vor neuen Anschlägen in Sri Lanka

Die USA befürchten, dass Extremisten auf Sri Lanka derzeit weitere Angriffe planen. Unterdessen hob Colombo die Sperre sozialer Medien auf. Die Katholische Kirche im Land plant eine langsame Rückkehr zur Normalität.

Sie Kirche St. Anthony in Colombo wird nun schwer bewacht

Die Kirche St. Anthony in Colombo wird nun schwer bewacht

Nach den Anschlägen von Sri Lanka sind möglicherweise immer noch Mitglieder der verantwortlichen Extremistengruppe auf der Flucht. Dies sagte die US-Botschafterin Alaina Teplitz in Sri Lanka. "Wir haben Grund zu der Annahme, dass die aktive Angriffsgruppierung nicht vollständig deaktiviert wurde. Wir glauben, dass derzeit die Planungen (weiterer Anschläge) laufen." Für die Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels werden die Islamistengruppen NTJ und JMI verantwortlich gemacht, auch die IS-Miliz reklamierte die Tat für sich. 

Unterdessen hob Sri Lankas Präsident eine landesweite Blockade sozialer Medien wie Facebook, Instagram und Whatsapp auf. Maithripala Sirisena forderte die Öffentlichkeit aber laut einer Regierungserklärung auf, "verantwortungsbewusst zu handeln". Mit der Sperre hatte die Regierung nach den Anschlägen vom Ostersonntag die Verbreitung von Gerüchten und Falschmeldungen erschweren wollen.

Die Botschafterin Alaina Teplitz

Die Botschafterin Alaina Teplitz

Die katholische Kirche kündigte derweil an, dass am kommenden Sonntag wieder öffentliche Messen gefeiert würden. Kardinal Malcolm Ranjith erklärte, die Kirche verfolge den Stand der Ermittlungen genau und werde erst zu täglichen Gottesdiensten zurückkehren, wenn die Sicherheitslage dies zulasse. Am 5. Mai will die Kirche zunächst mit einer kleineren Anzahl von Messen beginnen und sie später gegebenenfalls erhöhen. 

Erzbischof Malcolm Ranjith (l.) am Sonntag im Gespräch mit einem islamischen Geistlichen

Erzbischof Malcolm Ranjith (l.) am Sonntag im Gespräch mit einem islamischen Geistlichen

Bei der Anschlagsserie vom Ostersonntag mit 253 Toten sind nach jüngsten Angaben des Außenministeriums auch 42 Ausländer getötet worden. Bislang war von 40 ausländischen Opfern die Rede gewesen. Weitere zwölf Ausländer könnten sich unter den noch nicht identifizierten Toten befinden. Bis Montagabend seien die sterblichen Überreste von 25 Opfern an ihre Heimatländer überstellt worden. 

Soldaten kehren am Montag von der Suche von Sprengstoff zu ihrer Basis zurück

Soldaten kehren am Montag von der Suche von Sprengstoff zu ihrer Basis zurück

Elf der Opfer stammten nach Angaben des Ministeriums aus Indien. Großbritannien hatte sechs, China vier und Dänemark drei Tote zu beklagen. Jeweils zwei Opfer kamen aus Saudi-Arabien, Spanien und der Türkei. Bangladesch, Japan, die Niederlande, Portugal, die Schweiz und die USA hatten jeweils einen Toten verzeichnet. Sechs weitere Opfer besaßen mehr als eine Staatsbürgerschaft, darunter ein Deutsch-Amerikaner.

"Welle der Intoleranz"

Vor dem Hintergrund der Anschläge auf Kirchen, Synagogen und Moscheen in mehreren Ländern beklagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres eine weltweite "Welle der Intoleranz". In einer Mitteilung rief er dazu auf, gegen Hass und Rassismus vorzugehen. "Die Welt muss Maßnahmen ergreifen, um den Antisemitismus, den Hass auf Muslime, die Verfolgung von Christen und alle anderen Formen von Rassismus abzuschaffen", erklärte Guterres. Es komme inzwischen zu häufig vor, dass Gläubige in ihren Gotteshäusern getötet würden. Die Gotteshäuser seien keine "sicheren Häfen" mehr, sondern "Zielscheiben", erklärte Guterres. Er rief religiöse Führer, Regierungen und die Zivilgesellschaft dazu auf, den Hass zu bekämpfen.

Lampen erinnern in Colombo an die Opfer der Anschläge

Lampen erinnern in Colombo an die Opfer der Anschläge

Bei einem Angriff auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Kalifornien waren am Samstag ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. In Burkina Faso brachten Unbekannte am Sonntag fünf Menschen in einer protestantischen Kirche um. Im neuseeländischen Christchurch tötete ein australischer Rechtsextremist am 15. März 50 Menschen in zwei Moscheen.

stu/fab (rtr, afp, ap)

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