US-Präsident Trump mag seinen Haussender Fox News nicht mehr | Aktuell Amerika | DW | 28.08.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Medien

US-Präsident Trump mag seinen Haussender Fox News nicht mehr

Viele Jahre war der US-Nachrichtenkanal "Fox News" der Lieblingssender von Donald Trump. Doch dessen Liebe erkaltet gerade, weil die Journalisten zu wenig Hofberichterstattung betreiben - und sogar einen Affront wagen.

USA Fox News Channel Interview Donald Trump (Getty Images/E. Miller)

Da war noch alles in Ordnung: US-Präsident Trump freut sich 2018 über das Interview durch Fox-News-Moderator Hannity

In mehreren Twitter-Nachrichten macht US-Präsident Donald Trump seinem Unmut Luft: "Fox News" sei nicht mehr loyal genug. Wörtlich heißt es am Ende des dritten Tweets: "Fox arbeitet nicht mehr für uns!"

Nach Ansicht des Präsidenten erhalten die oppositionellen und ihm verhassten Demokraten zu viel Sendezeit. Konkret entfacht wurde sein schon länger schwelender Zorn offenbar durch eine von Sandra Smith Fox moderierte Sendung, in der sie die Pressesprecherin des Demokratischen Nationalkongresses (DNC), Xochitl Hinojsa, interviewte. Trump warf der Moderatorin vor, sie habe der DNC-Sprecherin eine Plattform geboten, um demokratische Positionen zu verbreiten, ohne etwas dagegenzuhalten.

Hinojsa reagierte auf die präsidialen Attacken in einem weiteren Interview im Fernsehsender MSNBC und nannte Trump einen "ängstlichen Mann" und sein Verhalten "lächerlich". Dass Trump glaube, Kontrolle über Fox News zu haben, sage viel aus über sein Verhältnis zu dem Sender. Sie habe sich dort interviewen lassen, weil sie das Fox-Publikum für wichtig halte. Und sie wundere sich, dass der Präsident der Vereinigten Staaten nichts Besseres zu tun habe, als mitten am Tag Fox News zu schauen.

Air Force One Trump Bildschirm FOX News (Getty Images/AFP/B. Smialowski)

Donald Trump war viele Jahre lang ein großer Fan von Fox News - weil die so nett über ihn berichteten

Kein Staatsfernsehen

Anders als einige seiner Kollegen im Kreise der Staats- und Regierungschefs - Russlands Wladimir Putin zum Beispiel oder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, ganz zu schweigen von Kim Jong Un in Nordkorea - hat Donald Trump kein Staatsfernsehen, das er für die Verbreitung seiner Ansichten nutzen kann. Allerdings konnte er sich über weite Strecken seiner ersten Amtszeit darauf verlassen, dass Fox News regelmäßig und wohlwollend über ihn berichtete.

Auf andere Sender schimpft Trump oft und bezeichnet sie als "fake news", bei Fox dagegen dürfen seine Berater und Mitarbeiter nahezu täglich erscheinen und in Interviews auf einfache und in keiner Weise unangenehme Fragen antworten. Und einige Fox-Kommentatoren wie Sean Hannity (Artikelbild) scheinen ihre Arbeit nahezu im Gleichschritt mit dem Weißen Haus zu erledigen.

Suche nach neuem Lieblingssender

Doch seit die Nachrichtenredaktion nicht mehr nur Lobhudeleien für Trump verbreitet, ist dessen Begeisterung für den Kanal deutlich abgeflaut. In seinem Tweet beklagt er, dass Fox News "Millionen von großartigen Menschen" enttäuscht habe. Sein Fazit: "Deshalb müssen wir uns nach einem neuen Nachrichtensender umschauen."

mak/nob (afp, twitter.com, realclearpolitics.com)

Die Redaktion empfiehlt