UN: Myanmar hungert Rohingya-Minderheit aus | Aktuell Asien | DW | 12.03.2018
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Myanmar

UN: Myanmar hungert Rohingya-Minderheit aus

Die Vereinten Nationen werfen der Regierung in Myanmar vor, die muslimische Minderheit der Rohingya auszuhungern und damit zur Flucht zu zwingen. In ihren ehemaligen Dörfern entstehen laut Amnesty neue Militäranlagen.

Bangladesch Myanmar - Grenzgebiet Rohingya - Flüchtlinge (Getty Images/AFP/T. Mustafa)

Helfer versorgen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch mit Bananen (Archivbild)

Es habe den Anschein, dass die Regierung eine Politik der gezielten Hungersnot verfolge, sagte die UN-Beauftragte Yanghee Lee in Genf. Das Vorgehen gegen die Rohingya in der Provinz Rhakine weise alle Merkmale eines Völkermords auf. Auch der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid al-Hussein, hatte in der Vergangenheit wiederholt eine ähnliche Formulierung gewählt und die fortgesetzte Gewalt in Myanmar angeprangert. 

Wie Lee im UN-Menschenrechtsrat ausführte, wurden vom Militär zudem Offensiven in den Provinzen Kachin und Kayin gestartet. Nach ihrer Einschätzung übertrifft die Gewalt in der Unruheprovinz Rakhine im Nordwesten des Landes alles, was in den vergangenen Jahren in Myanmar zu sehen war. Seit August sind fast 700.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der Regierung von Myanmar unter Führung von Staatsrätin Aung San Suu Kyi sowie der Armee vor, auf dem Gebiet zerstörter Rohingya-Dörfer Militärbasen zu errichten. "Was wir in Rakhine sehen, ist Landraub durch das Militär in dramatischem Ausmaß", heißt es in einem neuen Amnesty-Bericht. Es würden Häuser, Grenzposten, Hubschrauberlandeplätze und anderen Anlagen errichtet.

Amnesty stützt sich dabei auf Aufnahmen, die Satellitenkameras aus dem Weltall gemacht haben. Die Organisation wirft dem Militär vor, sich das Land der Muslime in einem "alarmierenden Tempo" anzueignen. "Genau dieselben Sicherheitskräfte, die sich an den Rohingya der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben, bauen jetzt neue Militärbasen auf", sagte Amnesty-Experte Tirana Hassan.

Dass die Geflüchteten unter diesen Bedingungen in absehbarer Zeit in ihre Heimat zurückkehren, ist höchst unwahrscheinlich. Eine zwischen Myanmar und Bangladesch im Januar vereinbarte Rückführung von Flüchtlingen geriet bereits ins Stocken, bevor sie begann. Beobachter erwarten, dass die Vertriebenen noch auf Jahre hinaus in den Lagern in Bangladesch leben werden - unter schwierigen humanitären Bedingungen.

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Indonesien will den Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch helfen (29.01.2018)

uh/jj (rtr, afp, dpa)

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