Aung San Suu Kyi verliert Menschenrechtspreis | Aktuell Asien | DW | 07.03.2018
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Völkermord an den Rohingya

Aung San Suu Kyi verliert Menschenrechtspreis

Durch ihren Widerstand gegen das Militärregime wurde die Friedensnobelpreisträgerin aus Myanmar zur Ikone. Doch die Verbrechen an den Rohingya haben ihr jeden Glanz genommen. Das sieht das US-Holocaust-Museum auch so.

Das Holocaust-Museum der Vereinigten Staaten widerruft eine bedeutende Menschenrechtsauszeichnung für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Der faktischen Regierungschefin von Myanmar werde der Elie-Wiesel-Preis entzogen, verkündete das Museum in Washington. Grund sei Suu Kyis Versagen, die seit Monaten andauernden ethnischen Säuberungen - die Verfolgung der muslimischen Rohingya - in Myanmar entschieden zu kritisieren oder gar zu stoppen.

"Wir hatten gehofft dass Sie, als jemand den wir und viele andere für Ihr Engagement für globale Menschenrechte gefeiert haben, etwas dafür tun würden, die brutale militärische Kampagne zu verurteilen und zu stoppen und Solidarität mit der betroffenen Rohingya-Bevölkerung zu bekunden", schrieb das Museum an Suu Kyi. Der Brief wurde auf der Internetseite des Museums veröffentlicht.

Myanmar Aung San Suu Kyi (Getty Images/AFP/Ye Aung Thu)

Im September hatte Suu Kyi ihr "Mitgefühl" für die Rohingya ausgedrückt, sich aber nicht für sie eingesetzt

Der Elie-Wiesel-Preis wird seit 2011 jährlich vergeben und seit 2012 nach dem Museums-Mitgründer und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel benannt. Preisträgerin 2017 war Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Suu Kyi, die sich seit den späten 1980er Jahren für eine friedliche Demokratisierung ihres Heimatlandes einsetzte und dafür lange Zeit unter Arrest stand, erhielt 1991 den Friedensnobelpreis und 2012 den Elie-Wiesel-Preis. Doch seit der Flucht Hunderttausender Rohingya vor militärischer Gewalt nach Bangladesch steht die Regierungschefin des mehrheitlich buddhistischen Landes unter scharfer Kritik.

Bangladesch Tankhali Rohingya Flüchtlinge (Getty Images/P. Bronstein)

Die muslimischen Rohingya werden brutal aus ihrer Heimat vertrieben

Erst am Dienstag hatten die Vereinten Nationen in einem Bericht bescheinigt, dass die ethnischen Säuberungen in Myanmar andauerten. Die Gewalt habe sich von einem "rasenden Blutvergießen" hin zu einer "Terrorkampagne von geringerer Intensität" entwickelt.

rb/sam (ap, dpa)

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