Ukrainischer Regisseur Senzow unterbricht angeblich Hungerstreik | Aktuell Europa | DW | 05.10.2018
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Russland

Ukrainischer Regisseur Senzow unterbricht angeblich Hungerstreik

Die russische Gefängnisbehörde teilte mit, dass der ukrainische Regisseur nach fast fünf Monaten wieder Nahrung zu sich nehmen wolle. Eine Bestätigung dafür gibt es noch nicht.

Rostow am Don Oleg Senzow Gerichtsverhandlung (Reuters/S. Pivovarov)

Oleg Senzow im Jahr 2015 vor Gericht (Archivbild)

"Ja, er hat seinen Hungerstreik gestoppt", sagte der Vizechef der russischen Gefängnisbehörde, Valeri Maximenko, der Nachrichtenagentur Interfax. Die "besten Ernährungswissenschaftler Moskaus" hätten nun einen Speiseplan für den 42-Jährigen erstellt. Senzows Anwalt war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen.

Ende September war Senzow zu Untersuchungen in ein Krankenhaus in der Stadt Labytnangi gebracht worden. Ein von den Strafvollzugsbehörden veröffentlichtes Foto zeigt, wie eine Ärztin die Brust des inhaftierten Kreml-Kritikers abhört. Der Filmemacher wirkt darauf deutlich dünner und älter als auf vorherigen Aufnahmen. Er hatte zuletzt Nährstoffe per Tropf erhalten.

20 Jahre Lagerhaft

Senzow war im Mai 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm Terrorismus und Waffenhandel vor.

Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies dies zurück, wurde aber im August 2015 zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er in einer Strafkolonie im äußersten Norden Russlands verbüßt. Der Prozess wurde international scharf kritisiert. 

Forderung nach Freilassung politischer Gefangener

Senzow war Mitte Mai in den Hungerstreik getreten. Diesen wolle er erst beenden, wenn Russland alle ukrainischen "politischen Gefangenen" freilässt, sagte er damals.

Gnadengesuche von Senzows Mutter wurden vom Kreml mehrfach abgelehnt. Der Ukrainer müsse das Gesuch selbst stellen, hieß es.

gri/jj (afp, dpa)

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