Ukrainische Marine wirft Russland Angriff auf ihre Schiffe vor | Aktuell Europa | DW | 25.11.2018
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Konflikt um Halbinsel Krim

Ukrainische Marine wirft Russland Angriff auf ihre Schiffe vor

Vor der Halbinsel Krim spitzt sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu. Die ukrainische Marine berichtet, von einem russischen Schiff aus beschossen worden zu sein. Es habe auch eine Kollision gegeben.

Die ukrainische Marine wirft Russland vor, vor der Küste der von Moskau kontrollierten Halbinsel Krim auf ihre Schiffe geschossen zu haben. Russische Boote "eröffneten das Feuer auf eine Gruppe von Schiffen der ukrainischen Marine", sagten Marinevertreter in einer Erklärung. Zudem seien zwei Personen verletzt worden. Drei ukrainische Schiffe sollen von Russland beschlagnahmt worden sein.

Russische Beschlagnahme?

Außerdem seien ein Motor und der Rumpf eines Schiffes beschädigt worden. Zu der Kollision kam es, als drei Schiffe der ukrainischen Marine die Meerenge Straße von Kertsch zwischen dem Schwarzen und dem Asowsche Meer passieren wollten. Russland wertete dies als Provokation. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, internationales Recht zu brechen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko rief am Abend den Krisenstab zu einer Sitzung ein. Das teilte ein Sprecher Poroschenkos mit. In dem Gremium sitzen neben dem Präsidenten noch der Innenminister, der Verteidigungsminister und der Geheimdienstchef. Sie wollten über die Lage an der Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer beraten, wie es hieß. 

Die ukrainische Marine teilte zuvor mit, sie habe zwei Kanonenboote und den Schlepper im Hafen von Odessa in Marsch gesetzt. Die drei Boote seien unterwegs gewesen nach Mariupol. Dazu müssen sie aus dem Schwarzen Meer durch die Straße von Kertsch in das Asowsches Meer fahren. Das russische Schiff habe versucht, die Flotille durch das Rammen des Schleppers zu stoppen. 

"Gefährliches Manöver"?

Nach Meldungen russischer Nachrichtenagenturen warf der dortige Geheimdienst FSB der Ukraine vor, Russland nicht vorab über die geplante Fahrt informiert zu haben. Die Ukraine bestreitet dies. Der russische Dienst erklärte zudem, die ukrainischen Schiffe seien auf illegale Weise in einen zeitweise gesperrten Bereich der russischen Gewässer eingedrungen. Er sprach zudem von einem "gefährlichen Manöver". Die Ukraine wolle eine "Konfliktsituation" schaffen. Es würden aber alle Schritte unternommen, um eine Provokation zu verhindern.

 

Karte Asowsches Meer Krim Ukraine Russland DE

In Kiew hieß es dagegen, Moskau verstoße gegen das UN-Seerechtsübereinkommen und den Vertrag zwischen der Ukraine und Russland zur Nutzung des Asowschen Meers und der Straße von Kertsch. Das Asowsche Meer nordöstlich der Halbinsel Krim entwickelt sich seit Monaten zu einem weiteren Schauplatz des Konflikts der Nachbarländer.

Durchfahrt bei Kertsch blockiert

Inzwischen sperrte Russland die Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch ab. Auf Bildern ist zu sehen, dass ein großes Frachtschiff direkt unter der Brücke zwischen der Krim und Südrussland quer im Wasser steht und so die Durchfahrt blockiert. Das russische Staatsfernsehen berichtet, in der Region seien zwei russische Kampfhubschrauber aufgestiegen. 

Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist wegen der Annexion der ukrainischen Krim durch Russland im Jahr 2014 sowie die Kämpfe in der Ostukraine zerrüttet, wo Moskau die prorussischen Separatisten militärisch unterstützt. Zuletzt hatte Kiew angekündigt, die Präsenz der Marine im Asowschen Meer zu erhöhen. In den vergangenen Monaten hatten beide Seiten Fischkutter in dem Meer festgesetzt und beschlagnahmt. 

Am Samstag hielt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei einer Gedenkfeier für die Opfer der großen Hungersnot der Jahre 1932/33 Russland erneut vor, als Rechtsnachfolger der Sowjetunion die historische Verantwortung für die mehreren Millionen Toten zu tragen. "Dieses Verbrechen hat keine Verjährungsfrist." Russland habe jüngst erneut die Ukraine angegriffen. Doch diesmal werde es dem Kreml nicht gelingen, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, sagte Poroschenko. 

kle/as (dpa, ape, rtre, afpe)

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