Ukraine und Separatisten beginnen Truppenabzug | Aktuell Europa | DW | 29.10.2019
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Konflikt in der Ostukraine

Ukraine und Separatisten beginnen Truppenabzug

In der Ostukraine haben die Konfliktparteien einen weiteren Truppenrückzug eingeleitet. Diese "Entflechtung" war bereits vor einiger Zeit beschlossen worden. Sie hatte sich verzögert - weil die Waffenruhe nicht hielt.

Ukraine Ukrainische Soldaten bei Luhansk (Imago/ZUMA Press/O. Rupeta)

Ein Soldat der ukrainischen Streitkräfte im Donbass, Juni 2018

Sowohl die Armee als auch die prorussischen Separatisten schossen bei dem Ort Solote an der Frontlinie weiße und grüne Signalraketen als Startschuss ab, wie die ukrainische Armee und die Separatisten bestätigten.

Damit erklärten sie sich bereit, ihre Truppen etwa einen Kilometer von der Frontlinie zurückzuziehen. Den Vorgang, der als "Entflechtung" bezeichnet wird, überwachen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Bereits im Juni zogen die Truppen beider Seiten in der Ortschaft Stanyzja Luhanska ab.

Zuvor war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Solote gefahren. Nationalisten hatten dort gedroht, im Falle eines Abzugs die Positionen der Armee mit bewaffneten Freiwilligen zu besetzen. Bei einigen Aktivisten ist der Widerstand gegen den Truppenabzug groß, weil sie befürchten, dass die seit mehr als fünf Jahren andauernden Kämpfe umsonst gewesen sein könnten. Die Nationalisten wollen auch verhindern, dass der umkämpfte Donbass einen Sonderstatus erhält. In dem seit 2014 währenden Konflikt starben nach UN-Schätzungen rund 13.000 Menschen.

Ukraine Donetsk weiße Signalfackel Beginn Truppenabzug (Imago Images/Russian Look/A. Rekun)

Weiße Signalraketen wurden schon Anfang Oktober in Donetsk geschossen

Der Truppenabzug in den Ortschaften Solote und Petriwske im Donezker Gebiet gilt als Voraussetzung für einen möglichen Gipfel von Selenskyj und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. Bei dem Treffen im sogenannten Normandie-Format wollen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vermitteln. Der Gipfel könnte möglicherweise im November stattfinden, teilte das Außenamt in Kiew mit.

ni/stu (dpa, rtr)

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