Trump warnt Russen und Iraner vor Eingreifen in Idlib | Aktuell Nahost | DW | 04.09.2018
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Krieg in Syrien

Trump warnt Russen und Iraner vor Eingreifen in Idlib

In Syrien rechnet man mit einer baldigen Offensive der Armee in der Provinz Idlib, die von meist islamistischen Rebellen kontrolliert wird. US-Präsident Trump appelliert nun an die Verbündeten von Präsident Assad.

 Donald Trump NAFTA Pressekonferenz (picture-alliance/dpa/K. Dietsch)

Interessiert sich plötzlich für Syrien und Idlib: US-Präsident Donald Trump

"Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler machen, wenn sie bei dieser möglichen menschlichen Tragödie mitmachen", twitterte Donald Trump. Der syrische Präsident Baschar al-Assad dürfe die nordwestliche Provinz Idlib nicht unbesonnen angreifen. "Hunderttausende Menschen könnten getötet werden. Lasst das nicht zu!", schrieb Trump weiter.

Assad hat in den vergangenen Wochen eine große Zahl von Truppen um Idlib zusammengezogen. Russland und der Iran betonen, dass Extremistengruppen in Idlib besiegt werden müssten. Es wird erwartet, dass beide Länder die syrischen Regierungstruppen bei einer Offensive unterstützen.

Die Gegend um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Der Iran hatte bereits angekündigt, die syrische Führung bei ihrem erwarteten Großangriff auf die Rebellenhochburg zu unterstützen.

Video ansehen 06:43

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Massenflucht in Türkei befürchtet

In der Region Idlib leben fast drei Millionen Menschen, davon 1,4 Millionen Vertriebene aus anderen Landesteilen. Da die Aufständischen dort keine Ausweichmöglichkeit innerhalb Syriens haben, rechnen Beobachter mit einer Massenflucht in die Türkei. Wegen der vielen Zivilisten in der Region warnen auch Hilfsorganisationen vor einer neuen Katastrophe in humanitärer Hinsicht.

Am Freitag wollen Russland und der Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten. Beobachter rechnen damit, dass sich dort das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.

Am Montag hatte auch Außenminister Heiko Maas vor einer Katastrophe gewarnt, wenn es zu einer Schlacht um Idlib kommt. Er kündigte an, das Thema bei seinem Antrittsbesuch in der Türkei am Mittwoch und Donnerstag ansprechen zu wollen. "Wir werden alles dafür tun, um eine humanitäre Katastrophe in Idlib zu verhindern", betonte er.

kle/jj (dpa, afp)

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