Syrische Armee will Idlib erobern | Aktuell Nahost | DW | 30.08.2018
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Syrien

Syrische Armee will Idlib erobern

Als letzte Stätte des "Terrors", wie es offiziell heißt, will der syrische Machthaber die Region Idlib einnehmen lassen. Mit russischer Unterstützung dürfte das gegen die verbliebenen und versammelten Rebellen gelingen.

Die syrische Armee bereitet nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen eine stufenweise Offensive gegen die Region Idlib im Norden des Landes vor. Die Angriffe würden sich zunächst auf südliche und westliche Teile des letzten großen von Rebellen kontrollierten Gebietes konzentrieren, sagte ein Vertreter einer regionalen Allianz, die auf Seiten der Truppen von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad kämpft. Die Stadt Idlib selbst solle zunächst nicht angegriffen werden.

Zuvor hatte auch Russland, Assads wichtigster Verbündeter, seine Drohungen gegen die verbliebenen Gegner des Präsidenten erhöht. Parallel zu der massiven Verstärkung der russischen Seestreitmacht im östlichen Mittelmeer hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow die letzte verbliebene Rebellenenklave als "eiterndes Geschwür" bezeichnet, das "liquidiert" werden müsse. Idlib sei die letzte Brutstätte des Terrors in Syrien. Die Extremisten dort missbrauchten die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde und hinderten die verhandlungswilligen Rebellengruppen am Dialog mit der Regierung, sagte Lawrow.

Neue Fluchtwelle befürchtet

Einem Bericht der russischen Zeitung Iswestija zufolge hat Russland die größte Militärpräsenz seit Beginn seiner Intervention zugunsten Assads in den Syrien-Krieg 2015 im Mittelmeer zusammengezogen. In den vergangenen Wochen hatten sich die Hinweise auf einen möglicherweise bevorstehenden Angriff syrischer Regierungstruppen auf die von Rebellen gehaltene Region verstärkt. Hunderttausende Rebellen unterschiedlicher politischer Ausrichtung und zahlreiche Angehörige islamistischer Extremistengruppen waren nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Gebieten Syriens in die Provinz Idlib gebracht worden.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass eine Offensive eine neue Fluchtwelle auslösen könnte. Etwa 2,5 Millionen Menschen könnten sich dann in Richtung türkische Grenze bewegen.

ml/se (rtr, dpa)

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