Trump trifft Kim - was bisher geschah | Aktuell Welt | DW | 11.06.2018
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Der Gipfel-Gipfel

Trump trifft Kim - was bisher geschah

Nur noch einmal schlafen, dann treffen sich die beiden Männer, die sich vor nicht langer Zeit noch rüde beschimpft und die jeweiligen Länder mit Atombomben-Angriffen bedroht haben. Und nun? "Vorfreude liegt in der Luft."

Donald Trump in Singapur (picture-alliance/AP Photo/E. Vucci)

Nett empfangen vom Ministerpräsidenten Singapurs: der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Es ist die Zeit der Treffen vor dem Treffen. So kam US-Präsident Donald Trump am Tag vor seinem weltweit mit Spannung erwarteten Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur zunächst mit dem Ministerpräsidenten des südostasiatischen Stadtstaates zusammen. Lee Hsien Loong durfte augenscheinlich mit einem gut gelaunten Gesprächspartner rechnen. "Es ist großartig in Singapur zu sein. Vorfreude liegt in der Luft", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

Nach einem Gespräch hinter verschlossenen Türen war ein gemeinsames Essen vorgesehen, an dem nach Angaben des Weißen Hauses auch US-Außenminister Mike Pompeo, der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, sowie Trumps Stabschef John Kelly und Politikberater Stephen Miller teilnehmen sollten. Kim hatte Gipfel-Gastgeber Lee Hsien Loong bereits tags zuvor kurz nach seiner Ankunft in Singapur getroffen.

Nordkorea Kim Jong Un in Pjöngjang (picture-alliance/AP Images/Korean Central News Agency)

Kam mit dem Flugzeug: der "kleine Raketenmann" aus Nordkorea

Nachdem Außenminister Pompeo abermals den Wunsch der USA zu einer vollständigen atomaren Abrüstung der koreanischen Halbinsel geäußert hatte, trafen sich die Delegationen von Nordkorea und den USA zu letzten Beratungen vor dem großen Moment. Die US-Delegation wurde vom Botschafter auf den Philippinen, Sung Kim, geleitet, einem ausgewiesenen Korea-Experten. Er war 2008 zum Sondergesandten für Nordkorea ernannt worden und hatte unter anderem als Botschafter in Südkorea gearbeitet.

Sein Chef-Diplomat Pompeo stellte den Nordkoreanern "beispiellose" Sicherheitsgarantien in Aussicht, falls Pjöngjang einer "vollständigen, überprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung" zustimme. Diesen Standpunkt der USA hatte der Außenminister zuvor nicht als strikte Forderung formuliert: "Wir bekennen uns weiterhin zur völligen, überprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel", schrieb der Außenminister auf Twitter.

Beide Seiten hatten den Begriff Denuklearisierung zuletzt unterschiedlich definiert. Pjöngjang geht offenbar allenfalls von einem schrittweisen Prozess aus.

Polizei und Burger für den Weltfrieden

 Während des Gipfels ist in Singapur ein massives Polizeiaufgebot im Einsatz. Die Polizisten werden zentrale Orte Singapurs faktisch abriegeln und Straßen sperren. Insgesamt wird damit gerechnet, dass so viele Sicherheitskräfte im Einsatz sein werden wie seit der Konferenz des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank im Jahr 2006 nicht mehr. Damals wurden rund 23.000 Polizisten mobilisiert. Barrikaden und automatische Metallbarrieren, die auf Knopfdruck hochgefahren werden können, werden an mehreren Straßenstellen errichtet. Die Einschränkungen dürften den Alltag der Bevölkerung gehörig durcheinanderbringen.

Burger für den Weltfrieden (picture-alliance/dpa/Kyodo)

Mit Pommes und Fähnchen, aber ohne Majo: gastronomische Angebote in Singapur

Zentraler Ort des Gipfels ist das Luxushotel "Capella" auf der zu Singapur gehörenden Freizeitinsel Sentosa. Doch nicht nur dort bereitet man sich auf Besonderheiten für Gäste vor. Wie die Deutsche Presse-Agentur recherchierte, ist zum Gipfel "auch die eine oder andere Speisekarte" geändert worden. Viele Bars und Restaurants hätten zusätzlich "Trump-Kim-Specials" ins Angebot genommen. Bei dem Mexikaner "Lucha Loco" vor Ort gebe es nun einen Taco "El Trumpo" ("Der Trump") und einen Taco "El Hombre Cohete" ("Der Raketenmann"). Als "kleinen Raketenmann" hatte der US-Präsident seinen Gipfelpartner bezeichnet, als es um die Beziehungen noch schlechter stand. Die Burgerkette "Wolf" verkauft in den nächsten Tagen einen "Burger für den Weltfrieden". Über die Bekömmlichkeit der Frikadellenbrötchen äußert sich die Nachrichtenagentur nicht.

ml/fab (dpa, afp, rtr)

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