Trump nennt Nordkoreas Machthaber Kim ″sehr ehrenhaft″ | Aktuell Welt | DW | 24.04.2018
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Atomstreit

Trump nennt Nordkoreas Machthaber Kim "sehr ehrenhaft"

In einem bemerkenswerten Wechsel der Tonlage hat US-Präsident Trump Nordkoreas Machthaber Kim gelobt. In der Vergangenheit hatten der "senile Amerikaner" und der "kleine Raketenmann" Beleidigungen ausgetauscht. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - hier mit Amateur-Schauspielerinnen der Volksarmee - zeigt sich zumeist gut gelaunt (Getty Images/AFP/KCNA)

Kim Jong Un - hier mit Amateur-Schauspielerinnen der Volksarmee - zeigt sich zumeist gut gelaunt (Archbild)

US-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als "sehr ehrenhaft" bezeichnet. Die Diskussionen vor dem geplanten Gipfeltreffen der beiden Politiker verliefen sehr gut. Kim sei sehr offen und "nach allem, was wir sehen, sehr ehrenhaft", sagte Trump zu Journalisten in Washington. Er kündigte aber auch an, dass er bei dem Treffen auf einer vollständigen nuklearen Abrüstung Nordkoreas bestehen wolle. Der Gipfel ist Ende Mai oder im Juni geplant.

Im vergangenen Jahr hatten sich Trump und Kim im Streit um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm noch gegenseitig mit Kriegsdrohungen und persönlichen Beschimpfungen attackiert. Trump verspottete den nordkoreanischen Machthaber als "Verrückten" und "kleinen Raketenmann". Kim nannte den US-Präsidenten einen "geistig umnachteten senilen Amerikaner". Seit Kim jedoch im März die Einladung zu dem Gipfel übermitteln ließ, haben er und Trump rhetorisch abgerüstet.

Mit seiner spontanen Entscheidung, Kim Jong Un zu treffen, hatte Trump für Verwunderung gesorgt (picture-alliance/Xinhua/Y. Chenglin)

Mit seiner spontanen Entscheidung, Kim Jong Un zu treffen, hatte Trump für Verwunderung gesorgt

Zudem verkündete Nordkoreas Machthaber am vergangenen Wochenende sogar einen vorläufigen Verzicht auf alle Atom- und Raketentests - ein Signal nicht nur an Trump, sondern auch den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, mit dem sich Kim bereits am Freitag in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden koreanischen Staaten zu einem Gipfel treffen will. 

Trump sagte nun, im Vorfeld seines anvisierten Treffens mit Kim habe Nordkorea bereits "viele Zugeständnisse" gemacht, die USA hingegen keine. Den Verlauf der Vorbereitungsgespräche bewertete er überaus positiv. Es gebe "sehr gute Diskussionen" mit den Nordkoreanern, sagte Trump am Rande seiner Beratungen mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron im Weißen Haus. Kim wolle, dass der Gipfel "so bald wie möglich" stattfinde. 

Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA und designierte Außenminister Mike Pompeo hatte sich Ende März oder Anfang April mit Kim in Nordkorea getroffen, um den Gipfel vorzubereiten. Bei dem Treffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber soll es um die "Denuklearisierung" gehen - es ist aber möglich, dass beide darunter völlig unterschiedliche Dinge verstehen. 

Trump machte deutlich, dass er die völlige Beseitigung des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals meint. "Denuklearisierung" bedeute, "dass sie alle ihre Nuklearwaffen loswerden - ganz einfach", sagte er. Der US-Präsident bekräftigte am Dienstag auch seine Warnung, dass er den Verhandlungstisch verlassen wolle, wenn die Gespräche unergiebig seien. Es sei möglich, "dass wir alle unsere Zeit verlieren".

stu/wa (afp, rtr)
 

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