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PolitikGlobal

News kompakt: Trump schickt 5000 Soldaten nach Polen

22. Mai 2026

Aus Deutschland wollen die USA Soldaten abziehen, in Polen sollen nun zusätzliche stationiert werden. Die USA werden wegen des Iran-Kriegs vorerst keine weiteren Waffen an Taiwan liefern. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump am Stehpult
US-Präsident Trump: Steckt hinter seinen Ankündigungen zur Truppenstärke in Europa eine Strategie? Bild: Andrew Leyden/ZUMA/picture alliance

Inmitten der Zweifel an der Verlässlichkeit der USA in der NATO kündigt Präsident Donald Trump die Entsendung von 5000 zusätzlichen Soldaten nach Polen an. In seinem Onlinedienst Truth Social begründet Trump die Entscheidung mit seinem guten Verhältnis zum polnischen rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki. Details zur Entsendung nennt Trump nicht.

Polen Bemowo Piskie 2026 | NATO-Übung Sword 26 | US-Soldaten an einem MEDEVAC-Fahrzeug
US-Soldaten bei einer NATO-Übung in Polen (11.05.2026) Bild: Kuba Stezycki/REUTERS

Der US-Präsident drängt die europäischen NATO-Verbündeten seit langem dazu, mehr für ihre eigene Verteidigung zu tun. Anfang Mai hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz davon gesprochen, dass die USA keine Strategie im Iran-Krieg hätten. Trump kritisierte Merz scharf und erklärte später, Washington werde die Anzahl "noch deutlich stärker reduzieren".

USA legen Waffenlieferung an Taiwan auf Eis

Die USA werden wegen des Iran-Kriegs nach Angaben des Verteidigungsministeriums vorerst keine Waffen an Taiwan liefern. Marine-Staatssekretär Hung Cao sagte bei einer Kongressanhörung, die geplante Rüstungslieferung im Umfang von 14 Milliarden Dollar (rund zwölf Milliarden Euro) werde auf Eis gelegt. Die USA müssten sicherstellen, dass sie die Munition hätten, die sie für ihren Militäreinsatz gegen Iran brauchten. In dem Krieg gilt seit dem 8. April eine Waffenruhe.

US-Präsident Donald Trump, der in der vergangenen Woche China besuchte, hat die Rüstungslieferung an das demokratisch regierte Taiwan noch nicht fest zugesagt. Das weckt Befürchtungen, dass Trump bei der Unterstützung der Führung in Taipeh nachlassen könnte. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Chinas Staatsführung drohte mehrfach damit, sich die Inselrepublik notfalls mit militärischen Mitteln einzuverleiben.

Türkisches Gericht entmachtet Parteiführung der oppositionellen CHP

Die größte Oppositionspartei in der Türkei, die CHP, hat nach eigenen Angaben Einspruch gegen die Absetzung ihres Parteichefs Özgür Özel eingelegt. Man habe eine entsprechende Beschwerde beim Obersten Gerichtshof eingereicht, sagte Özel am Donnerstagabend vor Journalisten in der Hauptstadt Ankara. Die Entscheidung des Gerichts sei politisch motiviert. Er sprach von einem "schwarzen Tag für die Demokratie".

Türkei Ankara 2026 | Özgür Özel bei einer Pressekonferenz am Donnerstag
CHP-Chef Özgür Özel will vor Gericht weiter gegen seine Absetzung kämpfen Bild: Adem Altan/AFP

Zuvor hatte ein Gericht in Ankara den CHP-Parteitag 2023, auf dem Özel zum Vorsitzenden gewählt wurde, für ungültig erklärt. Es ordnete die Absetzung der gesamten Führung der säkular ausgerichteten CHP an. Übergangsweise soll die CHP nun vom früheren Parteichef Kemal Kilicdaroglu geführt werden.

Die CHP steht seit mehr als einem Jahr unter Druck. Hunderte ihrer Mitglieder und zahlreiche ihrer Bürgermeister wurden festgenommen. Prominentester Fall ist der abgesetzte Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu, ein großer Rivale von Staatschef Recep Tayyip Erdoğan. Er sitzt seit März 2025 in Untersuchungshaft und steht wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht.

DW-Korrespondent Uludağ aus U-Haft in der Türkei entlassen 

Drei Monate nach seiner Verhaftung ist der Deutsche-Welle-Reporter Alican Uludağ aus der Untersuchungshaft in der Türkei freigekommen. Zuvor hatte ein Gericht in Ankara am ersten Verhandlungstag seine Entlassung angeordnet. Der Prozess soll nach Angaben seines Anwalts aber am 18. September fortgesetzt werden. Angeklagt wurde der Journalist wegen Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen.

Alican Uludağ spricht zu zwei Journalistinnen in Istanbul, Türkei
DW-Reporter Alican Uludağ nach seiner Freilassung Bild: Dilek Şen, DW Türkisch

DW-Intendantin Barbara Massing forderte die umgehende Einstellung des Verfahrens. Uludağ habe lediglich seinen Job als Gerichtsreporter gemacht. Uludağ sagte am Donnerstagabend zu Reportern: "Wir werden den Kampf fortsetzen, bis alle inhaftierten Journalisten in der Türkei freigelassen sind. Wir haben keinen Journalismus betrieben, für den wir uns schämen müssten."

Air France und Airbus wegen Flugzeug-Absturz für schuldig befunden

Im Berufungsprozess zum Absturz eines Air-France-Flugs von Rio de Janeiro nach Paris 2009 sind die Airline und Airbus schuldig gesprochen worden. Ein Berufungsgericht in Paris verurteilte beide Unternehmen wegen fahrlässiger Tötung. Es verhängte eine Geldstrafe von jeweils 225.000 Euro, das ist die höchstmögliche Strafe. Das Gericht urteilte, ausschließlich Air France und Airbus seien für den Absturz sowie für den Schadenersatz verantwortlich.

Mehrere Männer auf einem im Atlantik schwimmenden Flugzeugwrackteil, daneben ein Schlauchboot mit vier Männern
Ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 wird von einem Team der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen (08.06.2009)Bild: picture-alliance/dpa

Die Maschine des Flugs AF447 war am 1. Juni 2009 in eine Unwetterfront geraten und über dem Atlantik abgestürzt. Ursache waren unter anderem vereiste Geschwindigkeitssonden, deren Risiken Airbus laut Gericht unterschätzt hatte. Air France habe zudem seine Piloten unzureichend auf solche Extremsituationen vorbereitet. Bei dem Absturz waren 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter 28 Deutsche. Beide Unternehmen kündigten an, beim Obersten ‌Gericht in Frankreich ​Berufung einzulegen. 

Bergung des toten Buckelwals "Timmy" vorerst gescheitert

Nach gescheiterten Bergungsversuchen bleibt der Kadaver des als "Timmy" bekannten Buckelwals voraussichtlich über Pfingsten vor Dänemarks Insel Anholt liegen. Die Behörden wollten das Tier zunächst in tiefere Gewässer ziehen und anschließend aufs Festland transportieren. Stattdessen steckt der Kadaver nun auf einer Sandbank fest. 

Dänemark Anholt 2026 | Eine Frau schaut auf den Kadaver des Buckelwals, der nur wenige Meter entfernt im Wasser liegt
Der Kadaver des Buckelwals an der dänischen Insel AnholtBild: Marcus Golejewski/dpa/picture alliance

Der Walkadaver ist stark aufgebläht. Möwen umkreisen ihn. Die Umweltbehörde sorgt sich, dass Anwohner und Touristen dadurch erheblich belästigt werden. Wegen des sonnigen Wetters steigt die Gefahr, dass der Kadaver explodiert.

se/pgr/haz (dpa, afp, ap, rtr, epd) 

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.