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Trump denkt an "Übernahme" von Kuba

17. März 2026

Der US-Präsident erhöht den Druck auf die kommunistische Führung des Karibikstaates - mit drastischen und abschätzigen Worten. Währenddessen hat Kuba schon wieder mit einem Blackout zu kämpfen - diesmal sogar inselweit.

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USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump im Oval Office
Donald Trump äußerte sich zu Kuba vor Journalisten im Oval Office des Weißen HausesBild: Aaron Schwartz/Consolidated News Photos/picture alliance

Unter dem Eindruck der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba hat US-Präsident Donald Trump eine mögliche "Übernahme" des sozialistischen Staates angedeutet. Er glaube, dass er "die Ehre haben werde", Kuba "in irgendeiner Form zu übernehmen" oder zu "befreien", erklärte der Republikaner in Washington. "Ich kann alles damit machen, was ich will", behauptete Trump.

"Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts", fügte der US-Präsident hinzu. Um dann direkt hinterherzuschieben: Kuba sei "wunderschön".

Kuba "als ​Nächstes" dran?

Die USA setzen der nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen Bundesstaat Florida entfernten Karibikinsel massiv zu - insbesondere seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer Blockade sanktionierter Öltanker aus Venezuela schnitt der US-Präsident Kuba vom Zugang zu Rohöl weitgehend ab. Das Land benötigt den Rohstoff für seine Stromversorgung.

Ein jahrzehntelanges US-Handelsembargo, Misswirtschaft und Korruption hatten Kuba schon zuvor an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht. Mit der Entmachtung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA im Januar brach dann noch einer der wichtigsten Unterstützer Kubas weg. Trump hatte nach der Absetzung Maduros und der Beteiligung an Angriffen auf den Iran offen darüber spekuliert, Kuba ⁠werde "als ​Nächstes" dran sein.

Zuletzt waren bilaterale Gespräche zwischen Vertretern Washingtons und Havannas bekanntgeworden. Man suche auf dem "Weg des Dialogs" nach einer möglichen Lösung für "bestehende bilateralen Differenzen", erklärte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel. Die Zeitung "New York Times" berichtete indes, die Trump-Administration habe der Delegation Kubas zu verstehen gegeben, dass das Weiße Haus die Absetzung von Díaz-Canes wünsche. Der kommunistischen Regierung solle jedoch ermöglicht werden, an der Macht zu bleiben.

Blackout im ganzen Land

Trumps jüngste Drohungen fielen mit einem landesweiten Stromausfall in Kuba zusammen. Es werde nach der Ursache gesucht, teilte das Energieministerium in Havanna mit. Große Teile der kubanischen Infrastruktur sind in einem katastrophalen Zustand. 

Kuba Havanna 2026 | Menschen bei Sonnenuntergang am Malecón
Kubaner in der Hauptstadt Havanna während des Stromausfalls am MontagabendBild: Ramon Espinosa/AP Photo/dpa/picture alliance

Die Energieversorgung ‌der Karibikinsel stützt sich hauptsächlich auf veraltete, ölbefeuerte Kraftwerke. Diese müssen regelmäßig notdürftig repariert werden. Erst vor knapp zwei Wochen waren etwa zwei Drittel des Staates von einem Blackout betroffen.

wa/se (dpa, afp, rtr)