Türkei: ″Gewisse Beweise″ für Tathergang | Aktuell Welt | DW | 17.10.2018
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Fall Khashoggi

Türkei: "Gewisse Beweise" für Tathergang

Zwei Wochen nach dem Verschwinden des Journalisten Khashoggi dauert das Gezerre um den mysteriösen Fall an. Die USA bemühen sich, die Saudis nicht zu verprellen und die Türkei glaubt, Hinweise auf eine Tötung zu haben.

Türkei Istanbul Konsulat Saudi-Arabien | Untersuchungen Jamal Khashoggi (Getty Images/AFP/Y. Akgul)

Das abgesperrte saudische Konsulat in Istanbul

US-Präsident Donald Trump erwartet im Fall des in der Türkei verschwundenen regimekritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi von Riad eine rasche Antwort auf offene Fragen. Trump erklärte auf Twitter, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman habe ihm in einem Telefonat versichert, dass er nichts darüber wisse, was sich im saudischen Konsulat in Istanbul abgespielt habe. Zudem habe der Kronprinz eine vollständige Aufklärung des Falles zugesagt. 

Auch für Saudi-Arabien müsse die Unschuldsvermutung gelten. "Jetzt wird wieder gesagt: 'Du bist schuldig, bis deine Unschuld bewiesen ist'", sagte Trump der Nachrichtenagentur AP. "Ich mag das nicht." Im Fall Khashoggi müsse jetzt erst einmal herausgefunden werden, was passiert sei. US-Außenminister Mike Pompeo attestierte der saudi-arabischen Führung am Dienstag nach Gesprächen in Riad den "ernsthaften" Willen, den Fall aufzuklären und mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Brachte Durchsuchung Beweise?

Von Khashoggi fehlt jede Spur, seit er vor rund zwei Wochen das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betrat. Die türkischen Behörden gehen nach Medienberichten davon aus, dass der 59-Jährige im Konsulat von einem aus Saudi-Arabien angereisten 15-köpfigen Spezialkommando getötet wurde. Riad bestreitet dies, ist aber den Beweis schuldig geblieben, dass der Journalist das Konsulat lebend wieder verließ.

In der Nacht zum Dienstag hatte ein Team aus türkischen und saudischen Ermittlern neun Stunden lang das Konsulat inspiziert. Nach der Durchsuchung gab ein türkischer Behördenvertreter an, die Polizisten hätten mehrere Proben genommen, die nun analysiert werden sollen, unter anderem von der Erde aus dem Garten der Vertretung.

Istanbul Saudischer Journalist Khashoggi betritt Konsulat von Saudi-Arabien (Reuters TV)

Das letzte Bild mit dem lebenden Khashoggi? Die Aufnahme einer Überwachungskamera zeigt ihn bei der Ankunft am Konsulat seines Heimatlandes

Die Nachrichtenagentur AP meldet unter Berufung auf einen hochrangigen türkischen Staatsbediensteten, bei der Untersuchung des Areals seien Hinweise darauf gefunden worden, was mit dem Journalisten geschah. Man habe "gewisse Beweise" bei der Durchsuchung des Konsulats in Istanbul gefunden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, man schaue sich mögliche Spuren "giftiger Substanzen" genauer an. Die seien überstrichen worden.

G-7: Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Die Außenminister der G-7-Staaten haben gefordert, die Verantwortlichen für das Verschwinden Khashoggis zur Rechenschaft zu ziehen. In einer Erklärung Kanadas, das derzeit den Vorsitz der Gruppe der sieben wichtigsten Industrienationen führt, riefen die Außenminister Saudi-Arabien zu einer "gründlichen, glaubwürdigen, transparenten und zügigen Untersuchung" auf. Das Verschwinden des Regierungskritikers sei "sehr beunruhigend", heißt es in der Erklärung. "Diejenigen, die für sein Verschwinden Verantwortung tragen, müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

qu/fab (dpa, afp, dpa, ape)

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