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PolitikSyrien

Syrien-Besuch: Bombenexplosionen nahe Hotel von Macron

7. Juli 2026

Erstmals seit mehr als 15 Jahren besucht mit Frankreichs Präsident Macron ein Staatschef der EU Syrien. Sprengsätze detonieren nahe dem Hotel, in dem er abgestiegen ist. Es gibt viele Verletzte.

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Syrien Damaskus 2026 | Zwei Feuer, Rauch, ein Löschfahrzeug, Menschen auf einer Straße, dahinter ein Gebäude
Sicherheitskräfte riegeln die Umgebung nach den Bombenexplosionen ab Bild: Yamam Al Shaar/REUTERS

Auch eineinhalb Jahre nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad ist die Sicherheitslage in Syrien fragil. Am Rande des Staatsbesuchs von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron explodierten zwei Bomben in der Hauptstadt Damaskus. Wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA unter Berufung auf das Innenministerium berichtet, wurden dabei 18 Menschen verletzt, darunter vier Polizisten.

Bomben in einem Auto und einem Müllcontainer

Nach Angaben des Innenministeriums entdeckten Sicherheitskräfte während ihres Einsatzes zwei Sprengsätze. Experten hätten daraufhin mit den Vorbereitungen zur Entschärfung begonnen. Die beiden Bomben seien jedoch während der Arbeiten explodiert. Einer der Sprengkörper war in einem am Straßenrand abgestellten Auto deponiert worden. Das Fahrzeug stand nahe dem Hotel, in dem Macron abgestiegen ist. Die zweite Bombe befand sich in einem Müllcontainer.

Das Innenministerium erklärte weiter, die Detonationen hätten keine direkte Gefahr für Macrons Unterkunft oder das laufende Programm des französischen Präsidenten dargestellt. Der offizielle Besuch werde planmäßig fortgesetzt. Macron war am Montagabend als erster Staatschef eines EU-Mitgliedslandes seit 2010 nach Syrien gereist.

Macron betonte nach den Explosionen im Onlinedienst X, nichts könne die Sehnsucht der Syrerinnen und Syrer unterdrücken, in einem voll souveränen, sicheren, pluralistischen und geeinten Syrien zu leben. Sein Besuch gehe weiter.

Macron war nicht im Hotel

Nach Angaben des Élysée-Palastes in Paris befand sich Macron zum Zeitpunkt der Explosionen bereits auf dem Weg zu einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa. Er habe die Detonationen nicht gehört, hieß es weiter. Das syrische Staatsfernsehen berichtete später über das Gespräch von Macron und al-Scharaa im Präsidentenpalast.

Syrien Damaskus 2026 | Ahmed al-Scharaa und Emmanuel Macron gehen über einen roten Läufer im Präsidentenpalast
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und Interimspräsident Ahmed al-Scharaa im Präsidentenpalast Bild: Ghaith Alsayed/AP Photo/dpa/picture alliance

Bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit al-Scharaa betonte Macron, Frankreich sei ein verlässlicher und berechenbarer Partner für Syrien. Paris habe sich stets für die Interessen des syrischen Volkes eingesetzt. Ziel sei es, neues Vertrauen in Syrien aufzubauen und bei der Umstrukturierung der Wirtschaft zu helfen.

Al-Scharaa, ehemaliger Anführer der islamistischen HTS-Miliz, die mit verbündeten Kräften das Assad-Regime im Dezember 2024 gestürzt hatte, bemüht sich um den Wiederaufbau Syriens - nach 13 Jahren Krieg. Er knüpfte enge Beziehungen zu westlichen und nahöstlichen Staaten, die den Kontakt zu al-​Assad gemieden hatten.

Gewalt hält an

Der Interimspräsident gehört wie die Bevölkerungsmehrheit dem sunnitischen Islam an. Den Minderheiten in Syrien - Alawiten, Drusen, Christen und Kurden - versprach er, sie sollten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Doch anhaltende Gewalt zwischen regierungstreuen Kräften und religiösen sowie ethnischen Minderheiten bestimmt den Alltag.

Im vergangenen Jahr ​wurden bei den Kämpfen rivalisierender Kräfte mehrere Hundert Menschen getötet. Erst am vergangenen Donnerstag wurden bei einem Bombenanschlag in einem Café in Damaskus zehn Menschen getötet und mehr als 20 verletzt.

se/pgr (afp, dpa, rtr)

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