Streik bei Audi in Ungarn erfolgreich | Aktuell Europa | DW | 30.01.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Automobilindustrie

Streik bei Audi in Ungarn erfolgreich

Die Beschäftigten haben ihre Forderung nach 18 Prozent mehr Lohn durchgesetzt. Das klingt erst einmal nach mehr, als es eigentlich ist. Mit dem Streik hatten die Ungarn auch andere Werke lahmgelegt.

Ungarn Streik bei Audi in Györ (picture-alliance/AP Photo/MTI/C. Krizsan)

Streikende am Dienstag vor dem Audi-Werk in Györ

Nach einer Woche Streik im ungarischen Motorenwerk Györ hat Audi sich den Forderungen der Gewerkschaft AHFSZ gebeugt. Der Autobauer teilte mit, die Produktion in Györ werde rasch wieder hochgefahren. Im Stammwerk in Ingolstadt könnten die Bänder jedoch frühestens am Montag wieder anlaufen, bis dahin gilt die am Mittwoch verhängte Zwangspause weiter.

Die rund 12.000 Audi-Arbeiter am Standort Györ erhalten nun 18 Prozent mehr Gehalt oder mindestens 75.000 Forint (238 Euro) mehr. Zuvor lag der Durchschnittsverdienst jedoch umgerechnet bei gerade einmal 1100 Euro, bei Lebenshaltungskosten wie in Westeuropa. Die IG Metall Bayern hatte sich solidarisch mit den Streikenden erklärt und deren Bezahlung als "Billiglohn" bezeichnet.

Deustchland Leipzig Porsche Produktion (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Auch in diesem Porsche Macan im Leipziger Werk wird in einem späteren Produktionsschritt ein Motor aus Györ verbaut

In Györ werden jährlich rund 100.000 Audi A3 und TT gefertigt. Besonders wichtig ist das Werk für den VW-Konzern jedoch, weil dort pro Jahr etwa zwei Millionen Benzin-, Diesel- und neuerdings auch Elektromotoren vom Band laufen, die an andere Werke ausgeliefert werden. Weil die Motoren fehlten, verzögerte sich allein im Ingolstädter Werk laut einem Sprecher der Bau von rund 10.000 Autos der Baureihen A3, A4, A5 und Q2. Auch das Leipziger Porsche-Werk sowie das Volkswagen-Werk in Bratislava bekamen den fehlenden Nachschub aus Györ zu spüren.

ehl/mak (dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt