Saudis bleiben hart - die Kanadier auch | Aktuell Welt | DW | 09.08.2018
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"Diplomatische Meinungsverschiedenheit"

Saudis bleiben hart - die Kanadier auch

"Es gibt nichts zu vermitteln", sagt der saudiarabische Außenminister, Fehler müssten korrigiert werden. Kanada kann einen solchen jedoch nicht entdecken. Immerhin wird es keine Ölkrise geben.

Im Streit zwischen Saudi-Arabien und Kanada zeichnet sich keine Entspannung ab. Der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubair beharrte vor der Presse in Dubai darauf, dass Kanada "einen Fehler" gemacht habe und "ihn korrigieren" müsse. Andernfalls werde das Königreich weitere Maßnahmen gegen Kanada in Erwägung ziehen. Details nannte er nicht.

Eine Vermittlung lehnte der Minister ab. Insider hatten erzählt, Kanada habe die Vereinigten Arabischen Emirate und Großbritannien gebeten, bei der Beilegung des Streits zu helfen.

Auslöser der Verwerfungen zwischen beiden Ländern war ein kritischer Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland zur Festnahme von Menschenrechtsaktivistinnen in Saudi-Arabien. Riad reagierte am Wochenende mit einer ganzen Reihe von Gegenmaßnahmen. Unter anderem wies das Königreich den kanadischen Botschafter aus und zog seinen Botschafter aus Ottawa zurück. Al-Dschubair sagte, es sei bei den Festnahmen nicht um Menschenrechte gegangen, sondern um eine Sache der nationalen Sicherheit.

"Kanada wird weiterhin über Menschenrechte reden"

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau nannte den Streit eine "diplomatische Meinungsverschiedenheit". Kanada wolle keine schlechten Beziehungen zu Saudi-Arabien. Sein Land werde aber auch weiterhin in Menschenrechtsfragen klare Worte finden, sei es zu Saudi-Arabien oder anderswo. Das erwarteten die Kanadier von ihrer Regierung. Ministerin Freeland habe am Dienstag lange Gespräche mit ihrem saudiarabischen Kollegen geführt, sagte Trudeau weiter, ohne Details zu nennen. Die diplomatischen Gespräche würden fortgesetzt.

Kanada Ottawa - Justin Trudeau und Außenministerin Chrystia Freeland (picture-alliance/empics/P. Doyle)

Kanadas Premierminister Justin Trudeau und seine Außenministerin Chrystia Freeland

Der Ölhandel der staatlichen saudiarabischen Ölgesellschaft Aramco mit Kanada ist nach Angaben des saudiarabischen Energieministers Chalid al-Falih nicht von dem diplomatischen Streit betroffen. Öllieferungen unterlägen keinen politischen Erwägungen.

rb/sti (afp, dpa, rtr)

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