Schwester von Raif Badawi in Saudi-Arabien festgenommen | Aktuell Welt | DW | 01.08.2018
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Kampf für Frauenrechte

Schwester von Raif Badawi in Saudi-Arabien festgenommen

Seit mehr als vier Jahren ist der Blogger Raif Badawi in Saudi Arabien in Haft: Jetzt wurden auch seine Schwester und eine weitere Frauenrechtsaktivistin inhaftiert. Die beiden kämpfen vor allem für Frauenrechte.

USA, Washington: Michelle Obama und Hillary Clinton zusammen mit Samar Badawi (Getty Images/AFP/J. Samad)

Samar Badawi (Mitte) zusammen mit Michelle Obama und Hilary Clinton 2012

Nach der Aufhebung des umstrittenen Fahrverbots für Frauen in Saudi Arabien Ende Juni hatte man eigentlich eine Phase der Öffnung erwartet. Jetzt geht das saudische Regime wieder härter gegen Kritiker vor und nahm die Schwester des bekannten Bloggers Raif Badawi fest. Samar Badawi und eine weitere Frauenrechtsaktivistin, Nassima al-Sadah, seien in den vergangenen zwei Tagen von den Behörden in Haft genommen worden. Das teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in Beirut mit.

Badawi gehörte laut Human Rights Watch zu den ersten Frauen, die sich öffentlich dafür einsetzten, dass sie in dem streng-islamischen Königreich Auto fahren, wählen sowie sich zur Wahl aufstellen dürfen. Die ebenfalls festgenommene al-Sadah habe 2015 für Kommunalwahlen kandidiert, doch hätten die Behörden sie von der Liste genommen.

Staatsführung will Kontrolle behalten 

Die jüngsten Repressionen begannen nur wenige Wochen vor der Aufhebung des umstrittenen Fahrverbots für Frauen in Saudi-Arabien Ende Juni. Mitte Mai waren zunächst mindestens 17 Aktivisten festgenommen worden, von denen einige zwischenzeitlich wieder freigelassen wurden. Weiter hinter Gittern ist unter anderem die prominente Frauenrechtlerin Ludschain al-Hathlul. Die Vereinten Nationen hatten die Freilassung der Inhaftierten gefordert.

Das harte Vorgehen des Staates in einer Phase der Öffnung erklären Experten damit, dass die Staatsführung die volle Kontrolle über die Reformen behalten will. Es solle der Eindruck vermieden werden, dass die Proteste der Aktivisten das Frauenfahrverbot verursacht habe.

nob/rb (dpa, epd)

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