Russland und Frankreich helfen in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 21.07.2018
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Lieferung für Ost-Ghuta

Russland und Frankreich helfen in Syrien

Es war ein symbolträchtiger Schritt: Paris und Moskau haben zum ersten Mal gemeinsam Versorgungsgüter nach Syrien geschickt. Die Aktion war im Mai zwischen Emanuel Macron und Wladimir Putin vereinbart worden.

Russisch-Französische humanitäre Hilfe für Syrien (Getty Images/AFP/A. Jocard)

Die russische Antonov An-124 wurde am Freitag im französischen Chateauroux beladen

Eine russische Antonov-Militärmaschine mit 50 Tonnen medizinischer Notversorgung und Hilfsgütern an Bord ist vom Flughafen Chateauroux in Zentralfrankreich abgeflogen. Das bestätigte das französische Außenministerium. Ziel des Flugs ist die russische Militärbasis Hmeimim im Westen Syriens.

Unter Aufsicht des UN-Büros für humanitäre Hilfe sollen die Hilfsgüter in Ost-Ghuta verteilt werden. Die frühere Rebellenenklave wurde im April von den Regierungstruppen Baschar-al-Assads zurückerobert. Die Aktion war im Mai bei einem Treffen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin in St. Petersburg vereinbart worden. Wie der Kreml mitteilte, sprachen die beiden Staatschefs am Samstag per Telefon über den "humanitären Aspekt der syrischen Lösung" sowie über die gemeinsame Hilfsaktion für Ost-Ghuta. Medienberichten zufolge war es der erste gemeinsame Hilfsflug Russlands mit einem westlichen Staat.

Russisch-Französische humanitäre Hilfe für Syrien (Getty Images/AFP/A. Jocard)

Die russische Antonov wird mit Hilfsgütern beladen

Russland verspricht gerechte Verteilung

Der frühere französische Botschafter in Syrien, Michel Duclos, warnte: Frankreich gehe "erhebliche Risiken" ein, wenn es mit Russland und dem Syrischen Roten Halbmond bei der Lieferung von Hilfsgütern zusammenarbeite, sagt er. "Was garantiert, dass die Hilfe von Assad nicht umgeleitet oder ausgenutzt wird?" fragte Duclos. Das Pariser Außenministerium antwortete umgehend: Man habe Garantien von Russland erhalten, dass die syrische Regierung die Verteilung der Hilfsgüter nicht behindern werde, hieß es in einer Erklärung. 

In den vergangenen Monaten hatte Syrien immer wieder UN-Hilfskonvois blockiert. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Paris und Moskau jetzt mit, Ziel dieser Aktion sei es, den Zugang der Zivilbevölkerung zu humanitärer Hilfe zu verbessern. Bei den Kämpfen im Gebiet nahe Damaskus wurden mehr als 1700 Zivilisten getötet und mehrere tausend verletzt - darunter 500 schwer.

nob/uh (dpa,afp)