Russland macht weiter Ernst in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 12.10.2015
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Aktuell Nahost

Russland macht weiter Ernst in Syrien

Der russische Präsident Putin nimmt seine Rolle im Nahost-Konflikt entschlossen wahr. Russland setzt die Militärschläge in Syrien fort, Putin selbst sucht den Kontakt zu anderen Mächten in der Region, etwa Saudi-Arabien.

Syrien: Russischer Luftangriff

Mit solchen Bildern dokumentiert das russische Verteidigungsministerium die Erfolge der Angriffe auf syrischem Gebiet

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich am Sonntag mit dem saudi-arabischen Verteidigungsminister Scheich Mohammed bin Salman getroffen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte nach dem Treffen, beide Länder seien im Syrien-Konflikt zur Kooperation bereit und wollten den Aufbau eines "terroristrischen Kalifats" verhindern. "So weit ich das sagen kann, gibt es auf beiden Seiten das Verständnis, dass das heutige Treffen unsere Kooperation voranbringen kann", sagte Lawrow. Saudi-Arabien habe zwar Sorgen bezüglich der russischen Ziele in Syrien geäußert. Russland greife allerdings lediglich Extremisten an.

Die russisch-saudischen Gespräche fanden am Rande des Formel-1-Rennens in Sotschi statt. Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - darunter eben auch Saudi-Arabien - hatten das militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt scharf kritisiert. Sie werfen Russland vor, Rebellengruppen aus der Luft anzugreifen, die gegen Assad kämpfen. Putin hingegen hielt den USA und auch den europäischen Regierungen vor, sie redeten bloß über den Kampf gegen den Terrorismus. Resultate seien aber nicht zu sehen.

Russland Sotschi Putin trifft Saudischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman

Der russische Präsident Putin mit dem saudischen Verteidigungsminister bin Salman

Derweil erzielt - unterstützt von russischen Luftangriffen - die Armee des syrischen Machthabers wieder Geländegewinne gegen ihre Gegner. Sie eroberte die strategisch wichtigen Orte Tel Skak und Atschan in der zentralen Provinz Hama zurück, wie die in London beheimatete, oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Einnahme der Städte sei für die Regierungstruppen wichtig, da sie dadurch näher an die Stadt Chan Scheikun rücken. Dies ist eine Hochburg des Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra-Front.

Al-Nusra-Front im Visier

Die Al-Nusra-Front hatte die Stadt 2014 eingenommen. Dadurch erlangte sie Kontrolle über einen Teil einer Schnellstraße, die die Hauptstadt Damaskus mit der Mitte und dem Norden des Landes verbindet. Die Regimekräfte setzten auch am Wochenende ihren Vormarsch in Hama fort. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter eroberten sie zusammen mit Hisbollah-Einheiten aus dem Libanon die Stadt Al-Bahsa im Nordwesten der Provinz von islamistischen Rebellen zurück.

Alle Jets kehrten zurück

Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Wochenende über Dutzende neuer Luftangriffe in Syrien. Mehr als 60 Ziele in den Provinzen Hama, Latakia, Idlib und Al-Rakka seien getroffen worden, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow in Moskau. Alle Jets kehrten Moskauer Angaben zufolge heil von ihren Einsätzen zurück. Die USA und andere Staaten kritisieren, dass Russlands Luftwaffe weniger den IS, als vielmehr andere Regimegegner angreift, um den syrischen Präsidenten Assad an der Macht zu halten. Auch die Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete Luftangriffe auf Gebiete, die unter Kontrolle von Regimegegnern stehen, die mit dem IS verfeindet sind.

ml/cw (dpa,rtr)