Putin zu Gast bei Hochzeit von Österreichs Außenministerin | Aktuell Europa | DW | 15.08.2018
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Erst feiern, dann fighten

Putin zu Gast bei Hochzeit von Österreichs Außenministerin

Am Wochenende wird es eng für Russlands Präsidenten Putin - zumindest in seinem Terminplan: Nach der Hochzeit von Österreichs Außenministerin Kneissl diskutiert er mit Kanzlerin Merkel in Berlin über die Syrien-Krise.

Während seiner Europareise am kommenden Wochenende tanzt Russlands Präsident Putin gleich auf mehreren Hochzeiten. Wie sein Sprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge mitteilte, wird Putin als Gast bei der Hochzeit österreichischen Außenministerin Karin Kneissl dabei sein - rein privat. Dafür werde der Kremlchef am Samstag in die Alpenrepublik reisen, bevor er noch am selben Tag Bundeskanzlerin Angela trifft.

Die Einladung zu ihrer Hochzeit habe die rechtspopulistische Außenministerin Kneissl dem russischen Staatschef persönlich überbracht - bei Putins Besuch in Wien im Juni. Das teilte Kremlberater Juri Uschakow mit. "Wir werden vorbeischauen und gratulieren", sagte der Politiker. Ob weitere Termine in Österreich geplant sind, war zunächst offen. Es wäre der zweite Besuch Putins in Österreich innerhalb weniger Wochen. 

Hoher Besuch in der Steiermark

Für Kneissl und ihren Lebensgefährten, den steirischen Unternehmer Wolfgang Meilinger, sollen die Hochzeitsglocken in der Steiermark läuten. Ein genauer Ort war zunächst nicht öffentlich bekannt. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, bereitet man sich am Hochzeitsort auf hochrangigen Besuch vor. Auch die "Kronen Zeitung" berichtet unter Berufung auf anonyme Quellen und mit Verweis auf "detaillierte Sicherheitsbesprechungen" des Einsatzkommandos der Cobra von einem bevorstehenden Putin-Besuch.

Österreich Osterfestspiele Salzburg - Karin Kneissl mit Lebensgefährten Wolfgang Meilinger (Foto: picture-alliance/picturedesk.com/F. Neumayr)

Österreichs Außenministerin Kneissl mit ihrem Lebensgefährten Meilinger

Zu der Zeremonie sollen auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) eingeladen sein. Kneissl ist parteilos und wurde von der rechten FPÖ für ihr Ministeramt vorgeschlagen. Spekuliert wird derzeit über den Ort der Trauung. Zunächst hatte es geheißen, das Paar werde im Schloss Gamlitz heiraten. Wegen der Hochzeit eines anderen Paares ließ die Ministerin wissen, dass man den Ort der Zeremonie verlegen werde. Wie örtliche Medien berichteten, ist zumindest die kleine Gemeinde Seibersdorf, wo Kneissl auf einem kleinen Bauernhof lebt, hohen Besuch gewöhnt. Schon EU-Haushaltskommissar Günther Öttinger besuchte sie auf ihrem Gut und im März hielt wohl der Konvoi des türkischen Außenministers Cavusoglu samt Cobra-Bewachung dort. 

Ernste Gespräche in Berlin

Nach den Feierlichkeiten wird der russische Staatschef am Samstagabend von Bundeskanzlerin Merkel auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin empfangen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche sollen aktuelle außenpolitische Fragen wie die Konflikte in Syrien und der Ost-Ukraine stehen.

Vor ihrem Treffen betonte die Bundesregierung die Bedeutung einer politischen Lösung des Syrien-Konflikts. Bevor über Fragen des Wiederaufbaus des Landes gesprochen werde, müsse zunächst das Blutvergießen in Syrien beendet werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Davon sind wir im Moment ganz besonders in einigen Landesteilen ja noch entfernt."

Auch über Energiethemen wie die umstrittene Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 wollen Merkel und Putin sprechen. Berlin und Moskau sind bemüht, die derzeitige Beziehung zu entspannen. Bereits im Juli empfing die Kanzlerin in Berlin zusammen mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) den russischen Außenminister Sergej Lawrow und den russischen Generalstabschef Waleri Gerassimow. Auch bei diesem Zusammentreffen ging es um den Konflikt in Syrien, insbesondere um die Rückkehr von Flüchtlingen in das Bürgerkriegsland und um die Krise in der Ost-Ukraine.

sam/kle (afp, dpa, rtr)

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