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Skispringerin Katharina Althaus gewinnt Silber

5. Februar 2022

Die erste Medaille für das deutsche Team in Peking ist perfekt: Katharina Althaus springt von der Normalschanze knapp an Gold vorbei. Norwegen bejubelt am ersten Wettkampftag gleich zwei Olympiasiege.

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Skispringerin Katharina Althaus jubelt bei der Siegerehrung mit dem Olympia-Maskottchen als Stofftier in der Hand
Am Ende auch auf die Silbermedaille "mega stolz": Skispringerin Katharina AlthausBild: Daniel Karmann/dpa/picture alliance

Beim Aufsprung nach 94 Metern Flug schlug Katharina Althaus die Hände vors Gesicht. Die Unsicherheit war ihr anzusehen: Reichte es zu Gold? Nein, am Ende musste sich die 25-Jährige bei der Windlotterie auf der Normalschanze in Zhangjiakou ganz knapp der Slowenin Ursa Bogataj geschlagen geben. Ein Meter weiter, und Althaus wäre Olympiasiegerin gewesen.

Bogataj war direkt vor Althaus bei deutlich günstigeren Windbedingungen 100 Meter weit gesprungen. Bronze ging an Nika Kriznar, ebenfalls aus Slowenien. Nach dem ersten Durchgang hatte die deutsche Springerin nach einem Satz auf 105,5 Meter mit perfekter Landung noch vor den beiden Sloweninnen geführt. 

"Ich bin mega stolz und freue mich mega", sagte Althaus, nachdem die kurze Enttäuschung über die verpasste Goldmedaille verflogen war. "Im ersten Moment habe ich mich ein bisschen geärgert, weil mein Sprung nicht so gut war. Dann habe ich mich aber gefreut." Für Althaus war es die dritte Einzel-Silbermedaille bei Großereignissen. Vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang in Südkorea hatte sie ebenfalls Silber gewonnen, ebenso bei der Weltmeisterschaft 2019 in Seefeld in Österreich. Dazu kam viermal WM-Gold in Mannschaftswettbewerben: dreimal mit dem deutschen Mixed-Team, einmal mit dem Frauen-Team. 

Johaug holt erstes Gold der Spiele

Mit einem Favoritinnensieg war zuvor die erste Medaillenentscheidung der Winterspiele in Peking zu Ende gegangen. Norwegens Skilanglaufkönigin Therese Johaug aus Norwegen gewann in Zhangjiakou das Skiathlon-Rennen über 15 Kilometer. Schon frühzeitig setzte sich die 14-malige Weltmeisterin von den Konkurrentinnen ab und sicherte sich ganz souverän mit über einer halben Minute Vorsprung den Sieg. Silber gewann die Russin Natalia Neprjajewa, Bronze die Österreicherin Teresa Stadlober. 

Norwegens Skilanglaufstar Therese Johaug jubelt über ihren Sieg beim olympischen Skiathlon-Rennen
Norwegens Skilanglaufstar Therese Johaug jubelt über ihr erstes Einzelgold bei Olympischen WinterspielenBild: Jon Olav Nesvold/Bildbyran/imago images

Für die 33 Jahre alte Norwegerin Johaug war es das zweite olympische Gold nach dem Staffelolympiasieg bei den Spielen 2010 in Vancouver. Vier Jahre später in Sotschi hatte Johaug einmal Silber und einmal Bronze gewonnen. Bei den Spielen 2018 in Pyeongchang hatte sie nicht starten dürfen - wegen einer 18-monatigen Dopingsperre. 

Knapper als bei Johaugs Sieg ging es im Biathlon-Rennen der Mixed-Staffel zu. Norwegens Schlussläufer Johannes Thingnes Bø setzte sich erst auf den letzten Metern durch und sicherte das zweite Gold für das skandinavische Land. Silber ging an das Quartett aus Frankreich, Bronze an die russische Staffel. Das deutsche Team mit den Routiniers Denise Herrmann und Benedikt Doll sowie den beiden Olympia-Neulingen Vanessa Voigt und Philipp Nawrath hatte mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun und landete nur auf Rang fünf.

Pechstein Letzte - aber Rekordhalterin

Ebenfalls chancenlos war Eisschnellläuferin Claudia Pechstein im Rennen über 3000 Meter. Die 49-Jährige wurde 20. und damit Letzte. Pechstein ist die erste Frau, die zum achten Mal bei olympischen Winterspielen startete. Sie zog damit auch mit dem japanischen Skispringer Noriaki Kasai gleich. "Da kann man eigentlich nur mit einem Jubeln über die Linie laufen", sagte die fünfmalige Olympiasiegerin nach dem Rennen.

Peking Olympische Spiele 2022 Claudia Pechstein Eisschnelllauf-Rennen
Abgeschlagen ganz hinten - und trotzdem glücklich - Claudia Pechstein nach dem 3000-Meter-Rennen in PekingBild: Ashley Landis/AP/picture alliance

Pechstein hatte bei der Eröffnungsfeier am Freitag gemeinsam mit Bobpilot Francesco Friedrich die deutsche Fahne ins Stadion getragen. Olympiasiegerin über 3000 Meter wurde die Niederländerin Irene Schouten vor der Italienerin Francesca Lollobrigida und der Kanadierin Isabelle Weidemann. 

Auf dem kleineren Eisoval, beim Shorttrack, sicherte sich Gastgeber China in der Mixed-Staffel über 2000 Meter seine erste Goldmedaille bei den "Heimspielen". Das chinesische Team siegte knapp vor Italien und Ungarn. Der Wettbewerb ist neu im
olympischen Programm. 

Mit einer Überraschung endet der Freestyle-Skiwettbewerb auf der Buckelpiste. Der große Favorit, Mikael Kingsbury aus Kanada, musste sich dem 21 Jahre alten Schweden Walter Wallberg geschlagen geben. Bronze sicherte sich der Japaner Ikuma Horishima.

Gut lief es aus deutscher Sicht im Rodeln. Im Einsitzer-Wettbewerb der Männer führt Gesamtweltcupsieger Johannes Ludwig zur Halbzeit und steuert auf die Goldmedaille zu. Zweiter ist nach den ersten beiden Läufen mit 39 Tausendstelsekunden Rückstand Ex-Weltmeister Wolfgang Kindl aus Österreich. Der Dritte, Dominik Fischnaller aus Italien, liegt bereits drei Zehntel zurück. Als Vierter mit 0,382 Sekunden Rückstand hat Rekordweltmeister Felix Loch im dritten und vierten Lauf am Sonntag noch Chancen auf die Bronzemedaille.

Quarantäne-Bedingungen Frenzels "unzumutbar"

Die nordischen Kombinierer Eric Frenzel und Terence Weber werden nach ihren positiven Coronatests definitiv den ersten Einzelwettbewerb am kommenden Mittwoch auf der Normalschanze verpassen. "Für den ersten Wettkampf kann ich sie nicht freigeben, da muss ich sie schützen", sagte Teamarzt Stefan Pecher. Für die weiteren Wettkämpfe am 15. und 17. Februar sei er aber "guter Dinge". Frenzel sei nach der Diagnose "mental wirklich am Ende gewesen", so Pecher. Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission des deutschen Olympiateams, bezeichnete die Bedingungen in Frenzels Quarantäne-Hotel als "unzumutbar" und forderte das IOC und die chinesischen Olympia-Macher auf, "beschleunigt Abhilfe" zu schaffen. 

DW Kommentarbild Stefan Nestler
Stefan Nestler Redakteur und Reporter