"Man on the Run" - Paul McCartney-Doku erzählt die Story der Wings
Nach dem Beatles-Aus startete Paul McCartney mit den Wings und Ehefrau Linda neu. Trotz vieler Hindernisse entstand das Meilenstein-Album "Band on the Run". Eine neuer Film beleuchtet diese Phase des Neuanfangs.

Das Ende der Beatles
Im Herbst 1969 offenbart John Lennon seinen Bandkollegen, dass er die Beatles verlassen werde. Paul zieht sich daraufhin nach Schottland zurück - auf seine alte Farm, die er bereits Jahre zuvor gekauft hat, um der Beatlemania zu entkommen. Jetzt will er dort mit seiner Familie, Hunden und Schafen zur Ruhe kommen. In der großen weiten Welt brodelt die Gerüchteküche: Was ist mit den Beatles los?
Pauls erstes Soloalbum
Im April 1970 ist es dann offiziell: Die größte Pop-Band der Welt ist Geschichte. Am dem Tag, an dem Pauls erstes Soloalbum erscheint, erklärt er die Beatles-Ära für beendet. Nach Johns internem Ausstieg hatte Paul bereits an neuen Songs gearbeitet - erstmals ohne den prägenden Schatten seines langjährigen Partners Lennon.
"Man on the Run" (Ein Mann auf der Flucht)
"Ein Mann auf der Flucht" ist der deutsche Titel zur neuen Doku über genau diese Zeit nach dem Beatles-Aus und der musikalischen Neuausrichtung. Sie begann in den letzten Beatles-Monaten und führte nach seiner "Flucht" nach Schottland zur Gründung der neuen Band "Wings" - die mit ihrem Album "Band on the Run" ebenfalls Musikgeschichte geschrieben haben.
Nur noch mit Linda
Immer an Pauls Seite: Linda, mit der er seit 1969 verheiratet ist. Linda ist keine studierte Musikerin, aber sie kann singen und Keyboard spielen. Sie beginnen, einfache Demos aufzunehmen. Ohne Druck können sie testen, welche Ideen funktionieren und welche nicht. Und so beschreitet das Paar neue musikalische Wege - leicht, spielerisch, fröhlich.
Linda, Paul und Denny
Dann wird es Zeit, die neuen Ideen mit weiteren Musikern umzusetzen. Denny Laine (rechts im Bild) kommt dazu. Der ehemalige Frontman der Moody Blues ist schon lange mit Paul befreundet - und er wird neben Linda das treueste Mitglied der neuen Band "The Wings" werden, verantwortlich für den Sound und auch für den einen oder anderen späteren Hit.
Die "Wings" vom Bauernhof
Während die anderen Ex-Beatles gefeierte Soloplatten herausbringen - berühmt zum Beispiel John Lennons "Imagine" - bleiben die Wings eine verspielte Truppe, die sich auch nicht scheut, in albernen Revuen und Fernsehshows aufzutreten. Doch allein der Name Paul McCartney zieht die Band weiter, die sich schließlich vergrößert und beginnt, ihr Image zu verändern.
"Wings over Europe" und dann die ganze Welt
Sie steigen in einen bunten Bus und touren mit Kind und Kegel durch Europa, mal gefeiert, mal belächelt. Die Gruppe wächst weiter. 1973 gehen die Wings nochmal ins Studio und nehmen ein Album auf, das die Kritiker verstummen lässt: "Band on the Run" wird ein Jahrhundertwerk mit Hits wie "Mrs. Vandebilt" oder "Jet".
Intime Momente
Der Film "Man on the Run" zeigt bekannte Bilder, aber auch viel bislang Unbekanntes ist dabei, darunter teils unscharfe, verwackelte Super-8-Aufnahmen. Andere Szenen sind vom Oscar-prämierten US-Regisseur Morgan Neville verfremdet und ummontiert worden. Die Stimmen der Beteiligten aus dem Off verleihen der Doku einen besonderen und intimen Charakter.
Alte Geschichten
Immer wieder wird im Film thematisiert, wer wirklich das Ende der Beatles heraufbeschworen hat. War es John, Paul, Yoko Ono oder der späte Manager Allen Klein? Es wirkt fast therapeutisch, wie der Film immer wieder diesen Punkt beackert und die Geschichte dennoch weitergeht. Als sei das Ende der Beatles Paul McCartneys Katharsis gewesen. 1981 lösten sich die Wings auf.