Papst Franziskus ernennt 13 neue Kardinäle | Aktuell Welt | DW | 28.11.2020
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Katholische Kirche

Papst Franziskus ernennt 13 neue Kardinäle

Papst Franziskus hat im Petersdom in Rom 13 neue Kardinäle aus aller Welt ernannt. Wegen der Corona-Pandemie fand die Zeremonie mit dem Oberhaupt der Katholiken in einer ungewöhnlichen Form statt.

Vatikan Papst Franziskus ernennt 13 neue Kardinäle

Papst Franziskus ernennt Enrico Feroci aus Italien zum neuen Kardinal

Papst Franziskus mahnte die neuen Kardinäle im Petersdom, nicht vom rechten Weg abzukommen. "Denken wir an die vielen Arten von Korruption, die es im priesterlichen Leben gibt", sagte er. Dann sei man kein Priester mehr, der dem Volk nahestehe.

Viele der neuen Kardinäle stammen aus Regionen, die bislang nur schwach oder gar nicht in dem einflussreichen Kirchengremium vertreten sind. Unter ihnen ist auch der Erzbischof von Kigali, Antoine Kambanda, der als erster Geistlicher aus Ruanda in den Kardinalsstand erhoben wird. Auch die Ernennung von Washingtons Erzbischofs Wilton Gregory war eine Premiere: Der 72-Jährige ist der erste afroamerikanische Geistliche, dem diese Ehre zuteilwird.

Ernennung unter Corona-Umständen

Die Zeremonie im Petersdom stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Anders als bei den sonst großangelegten Zeremonien waren diesmal nur rund zweihundert Teilnehmer und Kardinäle im Petersdom. Auf einzelnen Stühlen und mit Mundschutz saßen die Gläubigen und Kardinäle mit Abstand zueinander, zum Schutz vor dem Coronavirus. Auch die traditionelle Umarmung der Kardinäle fiel aus.

Üblicherweise reisen alle Kardinäle an, um die neuen Würdenträger in ihren Reihen zu begrüßen. Am Samstag waren aber nur 40 von ihnen anwesend und auch zwei der neuen Kardinäle konnten nicht teilnehmen und waren per Livestream zugeschaltet: José Fuerte Advincula, der Erzbischof von Capiz auf den Philippinen, und der Bischofsvikar von Brunei, Cornelius Sim. Ein päpstlicher Gesandter soll ihnen ihr Kardinalsbirett, den Ring und die Urkunde später in ihrem Heimatland überreichen. Die anderen neuen Kardinäle stammen aus Italien, Chile, Mexiko und Malta.

Vatikan Papst Franziskus ernennt 13 neue Kardinäle

Der Papst zieht für die Ernennungszeremonie in die Peterskirche ein

Ernennungen gestalten Kurs der Kirche

Es ist bereits die siebte Kardinalsernennung durch Franziskus seit 2014. Eine Hauptaufgabe der Kardinäle ist, einen neuen Papst im Konklave zu wählen. Die Erhebung ist gemeinhin auch ein Mittel des Papstes, den Kurs der Kirche zu beeinflussen und auf seine Nachfolge einzuwirken. Von den wahlfähigen Kardinälen hat der Argentinier mit 73 mehr als die Hälfte selbst ernannt. Unter den Neuen engagieren sich viele laut Medienberichten etwa für die Armen - ein Leitgedanke der Kirchenpolitik Franziskus'.

Von den 13 neuen Purpurträgern sind neun jünger als 80 Jahre. Sie wären somit bei der Wahl eines neuen Papstes stimmberechtigt. Der seit fast acht Jahren amtierende Franziskus hat inzwischen 95 Kardinäle ernannt. Die von ihm ausgewählten Geistlichen stellen inzwischen die Mehrheit der bei einer Papstwahl stimmberechtigten Kardinäle.

Insgesamt gibt es nun 229 Kardinäle. Nur 128 dürften jedoch an einer Papstwahl teilnehmen, da die Altersgrenze dafür bei 80 Jahren liegt. Mit Ende kommenden Jahres werden wieder sechs die Altersgrenze überschreiten - zwei davon hatte Franziskus ernannt.

Für Deutschland würden nach Angaben des Vatikans der von Franziskus ernannte Erzbischof Gerhard Ludwig Müller und die beiden unter Papst Benedikt XVI. erhobenen Erzbischof Reinhard Marx und Bischof Rainer Maria Woelki am Konklave teilnehmen. Insgesamt gibt es acht deutsche Kardinäle.

kle/uh (dpa, afp)

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