Niersbach warnt vor Vorverurteilung | Fußball | DW | 29.09.2015
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Fußball

Niersbach warnt vor Vorverurteilung

Erst hinschauen, dann urteilen, sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zu den Ermittlungen um eine dubiose Zahlung von FIFA-Chef Blatter an UEFA-Chef Platini. Der brasilianische Ex-Star Zico wird deutlicher.

FIFA-Boss Blatter, UEFA-Chef Platini und DFB-Präsident Niersbach (v.l.). Foto: dpa-pa

FIFA-Boss Blatter, UEFA-Chef Platini und DFB-Präsident Niersbach (v.l.)

"Mit Blick auf die aktuellen Vorgänge gehört für mich zu einer seriösen Amtsführung, erst einmal sehr genau hinzuschauen, um was es geht und ob hier tatsächlich ein Fehlverhalten vorliegt", sagte Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Zeitung "Frankfurter Rundschau". Es sei abzuwarten, "zu welchen Einschätzungen die Behörden oder die FIFA-Ethikkommission dabei kommen". Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), ist wegen einer Überweisung von zwei Millionen Schweizer Franken von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter aus dem Jahr 2011 ins Visier der Ermittler geraten. Die Schweizer Bundesanwaltschaft, die gegen Blatter ermittelt, hält die Zahlung für "treuwidrig". Platini bekräftigte am Montagabend, das Geld rechtmäßig als Honorar für eine Tätigkeit "zwischen 1998 und 2002 als Angestellter der FIFA" erhalten zu haben.

Platinis "ureigenes Interesse"

Platini galt bislang als großer Favorit auf die Blatter-Nachfolge bei der Wahl am 26. Februar 2016. Durch die Erkenntnisse der vergangenen Woche, werden die Forderungen nach einem sofortigen Rücktritt beider Präsidenten aber immer lauter. Blatter war am Freitag von den Schweizer Behörden als Beschuldigter, Platini als "Auskunftsperson" vernommen worden. "Das DFB-Präsidium hat sich im Juli geschlossen für eine Unterstützung der Kandidatur von Michel Platini ausgesprochen", sagte Niersbach. Es müsse jetzt auch im "ureigenen Interesse von Platini" liegen, schnellstmöglich Antworten zu geben.

Zico verlangt Antworten

Nicht nur schnellstmöglich, sondern sofort will der frühere brasilianische Nationalspieler Zico "Klarstellungen" der FIFA-Ethikkommission, "vor allem deshalb, weil es den UEFA-Präsidenten und Vorkandiaten für die FIFA-Präsidentschaft, Michel Platini, betrifft". Die Ethikkommission müsse "mit großer Transparenz handeln und alle ihre Verfahren öffentlich machen, damit die Reformen und Wahlen der FIFA nicht durch Korruptionsverdacht beschmutzt werden", schrieb der frühere Weltstar in einem offenen Brief auf seiner Facebook-Seite. Der 62-Jährige liebäugelt mit einer eigenen Kandidatur um den höchsten Funktionärsposten im Weltfußball. Zico werden jedoch nur Außenseiterchancen eingeräumt.

sn/asz (sid, dpa)

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