News kompakt: Vage Hoffnung auf neue Iran-Friedensgespräche
25. April 2026
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs richten sich die Blicke erneut auf Vermittler Pakistan. Die US-Regierung kündigte für diesen Samstag eine Reise der amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Verhandlungen nach Islamabad an. Irans Außenminister Abbas Araghtschi war bereits am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen.
Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim wies Berichte über direkte Gespräche allerdings zurück. Möglich wäre auch, dass die Konfliktparteien lediglich Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen. Zentrale Streitpunkte sind das iranische Atomprogramm und die Blockade der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.
Zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes zur Sicherung der Straße vor Hormus kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius die Verlegung deutscher Marine-Einheiten ins Mittelmeer an. Konkret sollen ein Minensucher sowie ein Führungs- und Versorgungsschiff entsandt werden. Ziel sei es, im Falle eines Mandats des Bundestags rasch handlungsfähig zu sein, sagte Pistorius der Zeitung "Rheinische Post".
Trump-Regierung will zulässige Hinrichtungsmethoden erweitern
In den USA sollen auf Bundesebene zum Tode verurteilte Straftäter künftig auch durch Erschießen hingerichtet werden dürfen. Das Justizministerium in Washington kündigte an, Alternativen zur Giftspritze zuzulassen. Die für tödliche Injektionen notwendigen Medikamente zu beschaffen, sei zunehmend schwierig, hieß es zur Begründung. Etliche Pharmafirmen weigern sich inzwischen, Präparate für Hinrichtungen an Gefängnisse zu verkaufen.
Die Todesstrafe ist in mehr als zwei Dutzend der 50 US-Bundesstaaten zugelassen. Präsident Donald Trump führte sie in seiner ersten Amtszeit auch auf Bundesebene wieder ein. Sein Nachfolger Joe Biden verhängte ein Moratorium und wandelte zahlreiche Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um. "Die vorherige Regierung ist ihrer Pflicht, das amerikanische Volk zu schützen, nicht nachgekommen", erklärte Justizminister Todd Blanche. Die Trump-Administration werde wieder auf der Seite der Opfer stehen, fügte er hinzu.
US-Staatsanwältin beendet Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell
Die US-Justiz hat die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell eingestellt. Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro erklärte, sie habe ihre Behörde angewiesen, die Untersuchung zu beenden. Der 73-Jährige hatte eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Zentralbank Federal Reserve (Fed) eingeordnet.
US-Präsident Donald Trump übte wiederholt öffentlich Druck auf Powell aus, weil er keine deutlichen Leitzinssenkungen veranlasste. Mutmaßlich auf Trumps Initiative hin starteten die Justizbehörden Ermittlungen gegen ihn wegen angeblich massiv überhöhter Kosten bei der Sanierung des Fed-Gebäudes in Washington. Powells Amtszeit endet regulär am 15. Mai.
Vereinte Nationen warnen vor noch mehr Hungerkrisen
Im vergangenen Jahr sind weltweit 266 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen gewesen. 35,5 Millionen Kinder waren akut unterernährt, wie ein Bündnis von Hilfsorganisationen in einem Bericht zur globalen Nahrungsmittelkrise weiter schreibt. Zugleich wird hervorgehoben, dass 2025 auch zwei Hungersnöte ausgerufen wurden - im palästinensischen Gazastreifen sowie in Teilen des Sudans im Nordosten Afrikas.
Der von den Vereinten Nationen und Partnerorganisationen erstellte Report zeigt zudem, dass zwei Drittel aller Menschen, die unter akutem Hunger leiden, sich auf nur zehn Länder verteilen. Es handelt sich laut dem "Global Report on Food Crises" (in alphabetischer Reihenfolge) um Afghanistan, Bangladesch, die Demokratische Republik Kongo, den Jemen, Myanmar, Nigeria, Pakistan, den Sudan, den Südsudan und Syrien.
Mit Blick auf das laufende Jahr zeichnet das Netzwerk ein düsteres Bild. Gründe seien militärische Konflikte, Dürren und ein Rückgang bei der Entwicklungshilfe. Auch der Krieg in der Nahost-Region könne die Lage in bestimmten Ländern und Regionen verschärfen.
Bundesanwaltschaft wird nach "Signal"-Attacke aktiv
Wegen einer Angriffswelle auf Nutzer des Messengerdienstes Signal in Deutschland ermittelt die Bundesanwaltschaft. Es gehe um den Anfangsverdacht der Spionage, sagte eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe. Demnach wurden die Ermittlungen schon im Februar eingeleitet.
Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit geraumer Zeit vor einer sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die Übernahme von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten abzielt. Betroffenen wird vorgespiegelt, sie würden vom Support des Signal-Dienstes kontaktiert. Ist die Masche erfolgreich, haben die Angreifer Zugriff auf Chats und Gruppen bei Signal sowie dort geteilte Fotos und Dateien.
Der Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatten Anfang Februar Sicherheitshinweise veröffentlicht und konkrete Handlungsanweisungen gegeben. Vor einigen Tagen wurde die Warnung mit dem Hinweis aktualisiert, dass "die Kampagne weiterhin aktiv ist und an Dynamik gewinnt".
Ryanair schließt Standort am deutschen Hauptstadt-Flughafen
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair dünnt abermals ihr Angebot in Deutschland aus. Sie begründet dies wie zuletzt mit zu hohen Standortkosten. Man werde für den Winterflugplan ab Ende Oktober die Zahl der Flüge von und nach Berlin um 50 Prozent verringern, sagte Airline-Manager Eddie Wilson. Der Standort in Berlin werde damit geschlossen.
Die sieben am Hauptstadt-Flughafen BER stationierten Maschinen will Ryanair auf kostengünstigere Flughäfen in europäischen Ländern umverteilen. Genannt werden in dem Zusammenhang Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien. Die rund 210 Beschäftigten in Berlin - Piloten und Kabinenpersonal - könnten andere Jobs bei Ryanair in ganz Europa erhalten, erklärte Manager Wilson weiter.
wa/se/jj (dpa, afp, rtr, epd)
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