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PolitikGlobal

News kompakt: Israel und Libanon wollen Waffenruhe umsetzen

4. Juni 2026

Die Regierungen in Israel und Libanon wollen die Terrormiliz Hisbollah zurückdrängen. Nach der Abstrafung Deutschlands bei den UN werden Forderungen nach Konsequenzen laut. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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USA Washington D.C. 2026 | Vertreter Israels und des Libanons sitzen an einem Tisch im US-Außenministerium
Vertreter Israels und des Libanons im US-Außenministerium in Washington D.C.Bild: Nathan Howard/REUTERS

Israel und Libanon haben sich auf einen Weg zur Umsetzung der bisher kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Das erklärten Vertreter beider Seiten bei ihren Gesprächen unter Vermittlung der USA in Washington. Voraussetzung sei allerdings, dass die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ihre Angriffe gegen Israel einstelle, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Hisbollah wird von vielen Staaten als Terrororganisation gelistet.

Libanon Burdsch asch-Schamalij 2026 | Zerstörte Gebäude und ein Fahrzeug, Trümmerhaufen
Folgen israelischer Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele nahe Tyros im Süden Libanons (02.06.2026) Bild: Kawnat Haju/AFP

Nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran hatte die Hisbollah mit Attacken auf Israel begonnen. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah. Die in Washington getroffene Vereinbarung sieht ferner die Einrichtung von Sicherheitszonen in Libanon vor, in denen ausschließlich die regulären libanesischen Streitkräfte die Kontrolle ausüben sollen. 

Merz sieht Deutschland auch nach gescheiterter UN-Bewerbung als Stützpfeiler 

Nach dem Scheitern Deutschlands bei der Kandidatur für einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gibt es Forderungen nach Konsequenzen. Die UN-Vollversammlung hatte am Mittwoch in New York nicht für die Bundesrepublik, sondern für die EU-Länder Portugal und Österreich gestimmt. Die beiden Länder ziehen nun ab Januar für zwei Jahre als nicht-ständige Mitglieder in das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen ein.

USA New York 2026 | Außenminister Johann Wadephul auf einem Rasen, dahinter Hochhäuser
Bis zuletzt warb Außenminister Johann Wadephul bei den UN in New York für DeutschlandBild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Kanzler Friedrich Merz versicherte, die Bundesregierung werde weiterhin "ein verlässlicher Stützpfeiler des multilateralen Systems" sein. Ähnlich äußerte sich Außenminister Johann Wadephul. Aus den Reihen des Koalitionspartners SPD kamen Rufe, die Bundesregierung solle beispielsweise Völkerrechtsbrüche endlich stärker als solche benennen. Vertreter der Opposition nannten das Ergebnis "blamabel" und machten Merz mitverantwortlich. Das Bundesland Hessen stellte die hohen Finanzbeiträge Deutschlands für die Vereinten Nationen infrage. 

EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau vor

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben grünes Licht für die erste Phase der Beitrittsgespräche mit der Ukraine und der Republik Moldau gegeben. Zypern, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, teilte mit, die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts seien eingeleitet worden. Im Idealfall sollen die Gespräche schon am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg beginnen.

Deutschland Berlin 2026 | Ungarns Premierminister Péter Magyar bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Kanzleramt in Berlin
Ungarns neuer Regierungschef Péter Magyar legt den langjährigen Streit mit der Ukraine bei Bild: Annegret Hilse/REUTERS

Möglich wurde ‌der ​Fortschritt, nachdem Ungarn und die Ukraine ihren langjährigen Streit über die Rechte der ungarischen Minderheit beigelegt hatten. Ungarns neuer Regierungschef Péter Magyar meldete am Mittwochabend eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur Stärkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen Nachbarland. 

EU-Parlament ersetzt Google durch französische Suchmaschine

Das Europäische Parlament verzichtet von diesem Donnerstag an auf die Nutzung der US-Suchmaschine Google, um sich technologisch unabhängiger zu machen. Auf Dienstgeräten von Abgeordneten und Mitarbeitenden wird stattdessen Qwant als Standardsuchmaschine eingestellt. Es gibt jedoch die Möglichkeit, manuell zu einer anderen zu wechseln. Nach Angaben von Experten speichert Qwant keine persönlichen Daten von Nutzenden und wertet deren Surfverhalten nicht aus. Das französische Unternehmen unterliegt mit seinem Sitz in der EU zudem den strengen Datenschutzbestimmungen der Europäischen Union.

Symbolbild: Google auf einem Laptop
Bei EU-Institutionen nicht mehr erwünscht - die US-Suchmaschine Google (Symbolbild) Bild: Eibner Europa/imago

Generell will die EU-Kommission Europa bei Datendiensten unabhängiger von Staaten wie den USA und China machen. "Wir können es uns nicht leisten, von anderen abhängig zu sein", erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Kommission schlägt ein Gesetzespaket vor, das stattdessen europäische Firmen fördern soll.

Ressourcenverbrauch durch KI macht UN-Experten Sorgen

Ein aktueller Report der Vereinten Nationen richtet den Blick auf den großen Energiebedarf beim Betrieb von Künstlicher Intelligenz. Jede Interaktion beanspruche "endliche Ressourcen", warnt das UN-Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit in Kanada in seinem Bericht. Das werde am Stromverbrauch von Rechenzentren deutlich. Sollte sich die derzeitige Entwicklung fortsetzen, würde sich deren Energiebedarf in den kommenden fünf Jahren auf etwa 945 Terawattstunden erhöhen und damit verdoppeln.

Auch der Verbrauch von Kühlwasser beim Betrieb von KI, der Flächenbedarf sowie eine drohende Zunahme des Elektroschrotts bereiten den UN-Experten Sorgen. 

Zahl der Millionäre ist deutlich gestiegen

Das Vermögen reicher Privatleute hat im vergangenen Jahr weltweit um 8,7 Prozent zugenommen. Boomende Aktienmärkte haben zudem die Zahl der Dollar-Millionäre kräftig steigen lassen. Das zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmens Capgemini.

Yachten im Hafen von Monte Carlo, Monaco
Yachten im Hafen von Monte Carlo, Monaco (Archivbild) Bild: Mandoga Media/picture alliance

Demnach verfügten im vergangenen Jahr weltweit 25,3 Millionen Personen über ein anlagefähiges Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar. Das seien fast zwei Millionen Menschen mehr als 2024 gewesen. Spitzenreiter bei den Dollar-Millionären bleiben die USA, gefolgt von Japan. Auf Platz drei kommt laut dem Capgemini-Bericht Deutschland.

se/pgr/AR (dpa, afp, ap, rtr, epd) 

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.