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PolitikGlobal

News kompakt: Grönland-Abkommen - Europäer beraten

22. Januar 2026

Nach der Einigung auf eine Grundlage für ein Grönland-Abkommen treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel. Der Iran veröffentlicht offizielle Todeszahlen der Proteste. Das Wichtigste in Kürze.

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NATO-Generalsekretär Mark Rutte (l.) und US-Präsident Donald Trump sitzen in Sesseln, im Hintergrund Fahnen
NATO-Generalsekretär Mark Rutte (l.) hat im Grönland-Streit nach eigenen Angaben mit US-Präsident Donald Trump über den Schutz der Arktis-Region gesprochenBild: Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Vor dem Hintergrund der von US-Präsident Donald Trump bekannt gegebenen Einigung mit der NATO über die Arktis treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU an diesem Donnerstag zu einem Sondergipfel in Brüssel. Dabei soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Teilnahme angekündigt.

US-Präsident Donald Trump, im Hintergrund eine Fahne mit NATO-Logo
US-Präsident Donald Trump hat im Grönland-Streit eingelenktBild: Chip Somodevilla/Getty Images

Nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Trump erklärt, Rutte und er hätten einen "Rahmen für ein zukünftiges Abkommen" zu Grönland und der gesamten Arktis vereinbart. Er verzichte deshalb auf die für den 1. Februar angekündigten Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder. Unklar blieb vorerst, was die Vereinbarung zu Grönland genau umfasst.

Iran veröffentlicht offizielle Todeszahlen der Proteste

Bei den wochenlangen Massendemonstrationen im Iran sind der Staatsmacht zufolge insgesamt 3117 Menschen getötet worden. In einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats war die Rede von "2427 unschuldigen Menschen und Hütern von Ordnung und Sicherheit". Menschenrechtsorganisationen gehen von deutlich höheren Opferzahlen aus, demnach wurden tausende Demonstranten getötet.

Nächtliche Proteste in der iranischen Hauptstadt Teheran
Proteste in der iranischen Hauptstadt Teheran am 9. Januar 2026Bild: UGC

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor.

EU kündigt 1,9 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe an

Die Europäische Kommission stellt 2026 fast zwei Milliarden Euro für die Entwicklungshilfe zur Verfügung. Der größte Posten der 1,9 Milliarden Euro ist mit 557 Millionen Euro für West- und Zentralafrika vorgesehen, 448 Millionen Euro für den Nahen Osten, insbesondere Gaza. Für den humanitären Bedarf in der Ukraine sind 145 Millionen Euro bestimmt. Mehr als 415 Millionen Euro sind zudem für plötzlich auftretende Notfälle in aller Welt gedacht.

Der Brüsseler Behörde zufolge sind weltweit 239 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Die USA haben 2025 unter Präsident Donald Trump ihre Auslandshilfen durch die Entwicklungshilfe-Agentur USAID eingestellt und Zahlungen an internationale Hilfsprogramme stark gekürzt.

Angriffe auf Gesundheitswesen nehmen laut Ärzte ohne Grenzen zu

Die Angriffe auf medizinische Einrichtungen in Konfliktgebieten haben laut "Ärzte ohne Grenzen" im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht. Weltweit gab es laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 1348 Angriffe, bei denen 1981 Menschen getötet wurden, wie die Hilfsorganisation in Berlin mitteilte. Dies seien doppelt so viele Tote wie im vorherigen Jahr. Mehr als 80 Prozent von ihnen wurden laut dem Bericht "Medical care in the crosshairs" - zu deutsch "Medizinische Versorgung im Fadenkreuz" - im Sudan getötet.

Das humanitäre Völkerrecht gewährt medizinischen und anderen humanitären Einrichtungen eigentlich einen besonderen Schutz. Die Wirkung des Rechts werde allerdings zunehmend durch Fehlinterpretationen oder Missbrauch geschwächt. Solche Fälle müssten aufgeklärt werden, forderte die Leiterin der politischen Abteilung von "Ärzte ohne Grenzen" Deutschland, Sarah Meschenmoser.

Mehr als 160 Christen bei Überfall in Nigeria entführt

Bewaffnete haben in einem Dorf in Nigeria mehr als 160 Gläubige aus drei Kirchen entführt. Die Behörden des Bundesstaats Kaduna im Nordwesten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas bezeichneten den Angriff von Sonntag zunächst tagelang als Lüge und drohten mit Strafen wegen angeblicher Falschmeldungen. Erst nach öffentlichem Druck bestätigte die Polizei, der Vorfall habe sich nach "Überprüfung durch operative Einheiten und Geheimdienstquellen" tatsächlich ereignet.

In Nord- und Zentralnigeria sind sowohl islamistische Terrorgruppen als auch bewaffnete kriminelle Banden aktiv, die jährlich Tausende Menschen entführen, um Geld oder die Freilassung von Mitgliedern zu erpressen. Polizei und Militär bekommen die Lage nicht unter Kontrolle.

Bekanntgabe der Nominierungen für die 98. Oscar-Verleihung

In Hollywood werden am Donnerstag die Nominierungen für die diesjährigen Oscars bekanntgegeben. Als Favoriten gehen die Filme "Blood & Sinners" und "One Battle After Another" ins Rennen. Die politisch aufgeladene Tragikomödie "One Battle After Another" von US-Regisseur Paul Thomas Anderson hatte vor gut einer Woche bereits bei den Golden Globes abgeräumt.

Mascha Schilinski nach der Preisverleihung der Filmfestspiele in Cannes
In der Kategorie Internationaler Film ist der deutsche Film "In die Sonne schauen" von Regisseurin Mascha Schilinski dabeiBild: Stephane Mahe/REUTERS

Noch mehr Oscar-Nominierungen könnte "Blood & Sinners" erhalten. Der Horrorfilm von Regisseur Ryan Coogler spielt in den 1930er-Jahren vor dem Hintergrund der Rassentrennung in den USA. In der Kategorie Internationaler Film ist der deutsche Film "In die Sonne schauen" von Regisseurin Mascha Schilinski dabei. Die Oscars werden in der Nacht zum 16. März verliehen.

pg/as/pgr (dpa, afp, rtr, epd, kna)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.