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PolitikGlobal

News kompakt: "Flashover" wohl Brandursache in der Schweiz

2. Januar 2026

Noch sind viele Fragen zum Großbrand in der Schweiz ungeklärt. Die Behörden geben erste Erklärungsversuche. Im Iran sterben mindestens sechs Menschen bei Demonstrationen. Das Wichtigste in Kürze.

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Schweiz Crans-Montana 2026 | Feuerwehrleute stehen nach der Explosion in einer Bar vor einer Absperrung (01.01.2026)
Einsatzkräfte am Unglücksort in Crans-Montana in der SilvesternachtBild: Valais Canton Police/REUTERS

Nach der Brandtragödie in der Silvesternacht in einer Bar im Nobel-Skiort Crans-Montana in der Schweiz sind weiterhin viele Fragen ungeklärt. Die Regierung des Kantons Wallis erklärte in einer Mitteilung, Ursache des verheerenden Feuers sei ein sogenannter "Flashover" gewesen. Sie nannte dafür jedoch keinen Auslöser.

Als Flashover wird der explosionsartige Übergang eines zunächst kleinen Feuers zu einem Vollbrand bezeichnet. Dabei führt extreme Hitze dazu, dass brennbare Materialien zersetzt werden und entzündliche Gase freisetzen. Bei dem Unglück in einer Bar waren etwa 40 Menschen in den Flammen ums Leben gekommen, 110 wurden verletzt, einige schwer.

Venezuela lässt erneut politische Gefangene frei

Die Behörden in Venezuela haben innerhalb einer Woche zum zweiten Mal zahlreiche Menschen freigelassen, die wegen Protesten gegen die Wiederwahl von Präsident Nicolás Maduro im Jahr 2024 festgenommen worden waren. Nach Angaben zweier Menschenrechtsorganisationen kamen mindestens 87 Inhaftierte in dem südamerikanischen Land frei.

Angehörige legen Fotos von politischen Gefangenen auf einen Gehweg (21.11.2024)
Angehörige verteilen Bilder von festgenommenen Demonstranten in Venezuela (im November 2024)Bild: Federico Parra/AFP

Bereits am ersten Weihnachtstag hatte die Regierung die Freilassung von 99 Gefangenen angekündigt. Nach der Präsidentenwahl im Juli 2024 wurde Maduro offiziell zum Sieger ernannt, während die Opposition erklärte, ihr Kandidat habe deutlich gewonnen. In der Folge kam es zu landesweiten Massenprotesten. Dabei wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 28 Menschen getötet, zudem nahmen venezolanische Sicherheitskräfte rund 2400 Demonstrierende fest.

Sechs Tote bei Protesten im Westen des Iran

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften im Westen des Iran sind nach Medienberichten bis Donnerstag sechs Menschen ums Leben gekommen. Die zunächst friedlichen Proteste hatten am Sonntag begonnen. Auslöser waren Demonstrationen von Händlern auf dem größten Handy-Markt in Teheran gegen Inflation, Währungsverfall und die schlechte Wirtschaftslage. Später schlossen sich Studierende an mindestens zehn Universitäten an.

Geschlossene Läden in einer Passage in Teheran (31.12.2025)
In der iranischen Hauptstadt Teheran bleiben wegen anhaltender Proteste zahlreiche Läden geschlossenBild: Fatemeh Bahrami/Anadolu/imago

Präsident Massud Peseschkian ordnete Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage an. Die iranische Wirtschaft leidet unter hoher Inflation, langjährigen westlichen Strafmaßnahmen und seit Ende September erneut geltenden UN-Sanktionen im Zusammenhang mit Irans Atomprogramm.

Iran vollstreckt eine Rekordzahl an Todesurteilen

Im Iran sind nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern im vergangenen Jahr mindestens 1500 Menschen hingerichtet worden. Dies sei ein Höchststand in den vergangenen 35 Jahren, gab die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights bekannt. Ihr Chef Mahmood Amiry-Moghaddam sprach von einer "sehr besorgniserregenden" Entwicklung. Die iranischen Behörden nutzten die Todesstrafe als ein Instrument, um Angst zu säen, betonte er. Ziel der Hinrichtungen sei es, Proteste gegen das Regime in Teheran zu verhindern.

Auch in Saudi-Arabien erreichte die Zahl der Hinrichtungen 2025 einen neuen Höchststand. Im vergangenen Jahr wurden dort 356 Menschen hingerichtet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis von Zahlen saudischer Behörden ergab. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit dem "Krieg gegen Drogen" in dem Königreich.

Bolsonaro muss wieder in seine Gefängniszelle

Brasiliens ehemaliger Präsident Jair Bolsonaro muss nach mehreren Operationen zurück in Haft. Der Oberste Gerichtshof lehnte einen Antrag auf Verbüßung seiner Strafe im Hausarrest ab. "Entgegen der Behauptungen der Verteidigung" habe sich der Gesundheitszustand des 70-Jährigen nicht verschlechtert, erklärte Bundesrichter Alexandre de Moraes in Brasília. Bolsonaro war vor einer Woche aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden.

Jair Bolsonaro umringt von Sicherheitsbeamten in Zivil auf dem Weg aus dem Krankenhaus nach einer Hautbehandlung (14.09.2025)
Der ehemalige Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro (Archivbild)Bild: Adriano Machado/REUTERS

Der ultrarechte Politiker leidet gesundheitlich noch unter den Folgen einer Bauchverletzung, die er durch einen Messerangriff während des Wahlkampfs 2018 erlitt. Bolsonaro verbüßt seit Ende November eine mehr als 27-jährige Haftstrafe wegen eines Putschversuchs. Der Oberste Gerichtshof sah es als erwiesen an, dass er nach seiner Abwahl gemeinsam mit Mitverschwörern einen Staatsstreich gegen die Regierung seines Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva geplant hatte.

Britische Regierung bekommt Migration nicht in Griff

Mehr als 41.000 Migranten haben im vergangenen Jahr in kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Es ist die zweithöchste Zahl, die je vom Innenministerium in London erfasst wurde. Nur 2022 lag die Zahl noch höher. Die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer steht massiv unter Druck, die gefährlichen Überfahrten von Frankreich nach England zu stoppen.

Migranten auf einem überfüllten Schlauchboot auf dem Ärmelkanal (27.09.2025)
Migranten beim Versuch den Ärmelkanal zu überqueren (im September)Bild: Marcin Nowak/London News Pictures/ZUMA/picture alliance

Die Einwanderungs- und Asylpolitik im Vereinigten Königreich war zuletzt erheblich verschärft worden. Für Migranten wurden staatliche Leistungen deutlich eingeschränkt. Der Rechtspopulist Nigel Farage, dessen Partei Reform UK seit Monaten die Umfragen anführt, geißelte die Bemühungen der sozialdemokratischen Regierung als "komplettes Desaster". Der innenpolitische Sprecher der konservativen Tories, Chris Philp, forderte den Austritt aus der Europäischen Menschenrechtskonvention als "einzigen Weg, um effektiv zu handeln".

pgr/AR/wa (afp, rtr, ap, dpa, IHR)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.