News kompakt: Bundeswehr schickt Soldaten nach Grönland
15. Januar 2026
Im Konflikt mit den USA um Grönland entsendet die Bundeswehr Soldaten auf die Arktis-Insel. Bereits an diesem Donnerstag sollen 13 deutsche Soldaten im Rahmen eines europäischen Erkundungsteams in der Hauptstadt Nuuk eintreffen. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch mit. Ein Krisentreffen in Washington war zuvor ohne Fortschritte zu Ende gegangen. US-Präsident Donald Trump hält nach dänischen Angaben an seinem Anspruch auf Grönland fest.
Die deutschen Soldaten sollen nach Berliner Angaben vorerst bis Samstag auf Grönland bleiben. Sie sollen dort "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" erkunden. Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Königreich Dänemark.
Iran plant vorerst keine Hinrichtungen von Demonstranten
Der Iran will nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi doch keine Hinrichtungen infolge der Massenproteste vornehmen. Es gebe keinen Plan, Menschen zu hängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einer scharfen Reaktion gedroht, falls Teheran wie angekündigt Demonstrierende hinrichten lässt.
Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die Führung der seit 1979 bestehenden Islamischen Republik. Die Behörden gingen brutal gegen die Protestierenden vor. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) geht von bislang mindestens 3428 getöteten Demonstrantinnen und Demonstranten aus. Mehr als 10.000 Menschen wurden demnach im Zuge der Massenproteste festgenommen.
Onlinedienst X will Chatbot Grok an Erstellen von KI-Nacktbildern hindern
Nach heftiger internationaler Kritik hat Elon Musks KI-Firma xAI neue Regeln für anzügliche KI-Bilder bei ihrem Chatbot Grok beschlossen. So seien "technologische Maßnahmen" eingeführt worden, die die Bearbeitung von Bildern realer Personen mit leichter Bekleidung wie Bikinis verhindern sollen, teilte die zu xAI gehörende Online-Plattform X mit. Diese Beschränkung gelte sowohl für kostenlose Accounts als auch für zahlende Nutzer.
In den vergangenen Tagen gerieten Musk und xAI in die Kritik, weil Nutzer mit Grok zum Beispiel Kleidung von Frauen durch Bikinis ersetzen konnten. Behörden leiteten Ermittlungen ein. Malaysia sperrte Grok und kündigte rechtliche Schritte gegen X an. Wenige Stunden vor der X-Ankündigung startete auch der US-Bundesstaat Kalifornien eine Untersuchung.
USA frieren Visaverfahren für 75 Länder ein
Die Vereinigten Staaten haben die Bearbeitung von Visaanträgen aus 75 Ländern vorläufig ausgesetzt. Betroffen sind unter anderem Russland, Somalia und der Iran. Das teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch auf der Plattform X mit. Nach einem Bericht des Senders Fox News richtet sich die Maßnahme gegen Einwanderungswillige, die nach Einschätzung der US-Regierung "voraussichtlich zu einer öffentlichen Last" werden könnten.
Demnach werden ab dem 21. Januar auch Anträge auf Einwanderungsvisa aus Afghanistan, Ägypten, Brasilien, dem Irak, dem Jemen, Nigeria und Thailand bis auf Weiteres nicht mehr bearbeitet. Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump vor fast einem Jahr haben die USA ihre Visabestimmungen deutlich verschärft.
FBI-Durchsuchung bei Reporterin der "Washington Post"
Beamte des FBI haben die Wohnung der "Washington Post"-Reporterin Hannah Natanson durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen einen Regierungsangestellten, der laut Medienberichten geheime Unterlagen unerlaubt nach Hause mitgenommen und weitergegeben haben soll. Bei der Durchsuchung wurden Natansons Handy, zwei Laptops und eine Smartwatch beschlagnahmt.
Die Journalistin sei nicht Beschuldigte, teilten Ermittler mit. Die Tagezeitung "Washington Post" kritisierte das Vorgehen als ungewöhnlich und aggressiv. Der Vorfall werfe Fragen zur Pressefreiheit auf, erklärte auch der US-Sender CNN.
Präsidentschaftswahl in Uganda
Bei der Präsidentschaftswahl in Uganda an diesem Donnerstag will sich der seit 40 Jahren regierende Langzeitherrscher Yoweri Museveni für eine weitere Amtszeit bestätigen lassen. Da der 81-Jährige die Staats- und Sicherheitsorgane kontrolliert und die Opposition unterdrückt, ist sein Sieg wahrscheinlich.
Prominentester Konkurrent ist der unter seinem Musikernamen Bobi Wine bekannte Oppositionelle Robert Kyagulanyi, dessen Wahlkampfveranstaltungen die Sicherheitskräfte immer wieder mit Gewalt aufgelöst hatten. Am Dienstag hatten die Behörden eine landesweite Internetsperre verhängt und dies mit dem Kampf gegen "Falschinformationen" und "Aufrufen zur Gewalt" begründet.
pg/pgr/se (dpa, afp, rtr, epd)
Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert