NADA möchte RUSADA weiter aussperren | Sport | DW | 02.01.2019
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Doping

NADA möchte RUSADA weiter aussperren

Die deutsche Anti Doping Agentur will keine Gnade für Russlands Dopingjäger walten lassen: Da die RUSADA immer noch nicht die Bedingungen der Welt-Anti-Doping-Agentur erfüllt, fordert die NADA Konsequenzen.

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat für den laxen Umgang mit der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA nur wenig Verständnis. Deutschlands Dopingjäger sprachen sich nach dem verstrichenen Ultimatum der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für eine erneute Suspendierung der russischen Kollegen aus: "Aus unserer Sicht hat der russische Sport die Forderungen der WADA nicht erfüllt. Wir gehen daher davon aus, dass die WADA nun konsequent handelt und die RUSADA - nach der Sitzung des Compliance Review Committees am 14. und 15. Januar 2019 - für nicht WADA-Code konform erklärt", teilte die NADA mit: "Zum Schutz der sauberen Athletinnen und Athleten weltweit und für einen dopingfreien Sport ist diese klare Positionierung der WADA unerlässlich."

Die WADA hatte die Suspendierung der RUSADA im September nach einer umstrittenen Entscheidung beendet. Bedingungen dafür waren eigentlich, dass Russland den Bericht der WADA-Ermittler anerkennt und der WADA außerdem die Datenbank des Moskauer Anti-Doping-Labors zugänglich macht. Beides war bis Mitte September nicht erfüllt. Dennoch entschied eine IOC-Kommision, die RUSADA zu begnadigen, unter der Bedingung, dass man bis zum 31. Dezember 2018 Zugang zum sogenannten Laboratory Information Management System (LIMS) des Moskauer Kontrolllabors erhalte. Die dort gespeicherten Daten sollen Aufschluss über das Ausmaß des institutionellen Dopings in Russland geben. Die Datensammlung enthält nach WADA-Angaben alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015.

Rückkehr mit leeren Händen

Allerdings reiste ein Expertenteam der WADA kurz vor Weihnachten mit leeren Händen aus Moskau ab, weil das technische Gerät der Gruppe nicht nach russischem Recht zertifiziert war. Am 14. und 15. Januar trifft sich nun das zuständige WADA-Gremium, um über mögliche Konsequenzen zu beraten. "Die jetzige Entwicklung ist naturgemäß Wasser auf die Mühlen der Kritiker der WADA. Wenn diese jetzt nicht konsequent handelt, ist ein weiterer Vertrauensverlust unvermeidbar", sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Ich bin bitter enttäuscht, dass die Datenübergabe nicht innerhalb der Frist erfolgt ist. Die WADA hat unablässig mit den russischen Behörden daran gearbeitet, dass die Frist eingehalten wird, was im Interesse eines sauberen Sports gewesen wäre", sagte Reedie selbst. 

"Eine Rückkehr zum internationalen Sport sollte für russische Sportlerinnen und Sportler erst in Betracht gezogen werden, wenn das volle Vertrauen in eine saubere russische Sportkultur wiederhergestellt ist - mit anderen Worten, erst, wenn die WADA die elektronischen Labordaten sowie den Zugang zu den Proben im Moskauer Labor erhalten, überprüft und für vollständig befunden hat", fordert die NADA nun. Ob sie damit Gehör findet, darf zumindest bezweifelt werden.

asz/ck (sid, dpa)

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