Migranten-Treck überquert mexikanische Grenze | Aktuell Amerika | DW | 19.01.2019
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Migration

Migranten-Treck überquert mexikanische Grenze

Mehrere Hundert Teilnehmer der neuen Flüchtlingskarawane aus Mittelamerika haben illegal die südmexikanische Grenze überschritten. US-Präsident Trump sieht darin ein Argument für die von ihm gewünschte Grenzmauer.

Ein Schlauchboot bringt honduranische Auswanderer über den Río Suchiate nach Mexiko

Ein Schlauchboot bringt honduranische Auswanderer über den Río Suchiate nach Mexiko

Drei Tage nach ihrem Aufbruch in Honduras haben hunderte Migranten aus zentralamerikanischen Ländern illegal die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko überquert. Weil sie nicht fünf Tage lang auf humanitäre Visa der mexikanischen Behörden warten wollten, fuhren sie mit selbstgebauten Flößen über den Grenzfluss Río Suchiate oder gelangten im Schutz der Dunkelheit über die Grenzbrücke.

Der Migrantentreck war am Dienstag im honduranischen San Pedro Sula in Richtung USA aufgebrochen. Auf dem Weg schlossen sich zudem Menschen aus El Salvador und Guatemala an. Mehrere Hundert der insgesamt rund 2000 Menschen überquerten nun illegal die Grenze. Hunderte weitere warteten geduldig am Grenzübergang zwischen der mexikanischen Stadt Ciudad Hidalgo und der guatemaltekischen Stadt Tecún Umán, um nach und nach legal einreisen zu können.

Familien nach der Grenzüberquerung im mexikanischen Bundesstaat Chiapas (picture-alliance/AP Photo/M. Ugarte)

Familien nach der Grenzüberquerung im mexikanischen Bundesstaat Chiapas

Die Migranten müssen Papiere zur Identifikation vorlegen und werden von der mexikanischen Migrationsbehörde erfasst. Sie werden dann mit Armbändern ausgestattet, die sie nach fünf Tagen gegen eine sogenannte Besucherkarte eintauschen können. Damit bekommen sie in Mexiko eine Arbeitserlaubnis und Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Bislang haben nach offiziellen Angaben knapp tausend Menschen aus Honduras, El Salvador, Guatemala und Nicaragua das Angebot genutzt.

Am Grenzübergang zwischen Mexiko und Guatemala kam es zunächst zu keinen Zwischenfällen. Im vergangenen Jahr hatte es dort teils chaotische Szenen gegeben, als Tausende ohne Registrierung einen Grenzfluss überquerten. Mexikos neue Regierung hatte angekündigt, dass den Menschen nur mit den nötigen Papieren die Einreise erlaubt werde.

US-Soldaten verlegen NATO-Draht an der mexikanischen Grenze (picture alliance/AP Photo/E. Gay)

US-Soldaten verlegen NATO-Draht an der mexikanischen Grenze

US-Präsident Donald Trump nutzte den neuen Migrantentreck bereits als Argument für seine Forderung nach Milliardensummen für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko: "Noch eine große Karawane kommt auf uns zu. Sehr schwer, sie ohne eine Mauer zu stoppen", schrieb er im Onlinedienst Twitter. Wegen eines erbitterten Streits über die Finanzmittel für den Mauerbau gilt in den USA bereits seit fünf Wochen eine Haushaltssperre.

Seit Oktober bis Jahresende war bereits eine Reihe von Trecks aus Honduras und anderen zentralamerikanischen Ländern mit insgesamt mehr als 13.000 Menschen zur US-Grenze gezogen. Die Migranten fliehen vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern und hoffen, bis an die Grenze der Vereinigten Staaten zu kommen, um dort Asyl zu beantragen. Nur eine Minderheit der Teilnehmer erreichte das US-Territorium.

Der US-Grenzschutz vertreibt Ende November Mittelamerikaner mit Tränengas von der US-mexikanischen Grenze (Reuters/K. Kyung-Hoon)

Der US-Grenzschutz vertreibt Ende November Mittelamerikaner mit Tränengas von der US-mexikanischen Grenze

Trump sprach von einer "Invasion" und einem "Angriff auf unser Land" und rechtfertigte so den Einsatz des US-Militärs an der Grenze. Wegen der angeblichen "Sicherheitskrise" sind derzeit mehr als 4500 US-Soldaten an der Landgrenze zu Mexiko im Einsatz.

stu/jj (afp, ap, dpa)

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