Mainz singt und lacht | Fußball | DW | 29.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bundesliga

Mainz singt und lacht

Der FSV Mainz überrascht im Abstiegskampf und schlägt Favorit RB Leipzig am Ende deutlich. Die Gäste können nun die Champions-League-Teilnahme abschreiben und müssen nach unten blicken.

Nach dem Schlusspfiff lagen sie sich nur noch in den Armen. Müde, abgekämpft, aber glücklich. Dem FSV Mainz war gerade der Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelungen - ein 3:0 (1:0)-Sieg gegen das favorisierte Team aus Leipzig, das seinerseits bis zu dieser Partie noch von der erneuten Teilnahme an der Champions League träumen durfte. "Das war wirklich überragend", schwärmte Mainz´ Trainer Sandro Schwarz nach dem Schlusspfiff am späten Sonntagnachmittag am Sky-Mikrophon. "So geht Mainz 05!"

Vorausgegangen war ein holpriger Start in die Begegnung vor 30.000 Zuschauern, die wie ein Mann hinter ihrem Team standen - auch als Leipzig zunächst in Person von Yussuf Poulsen und Timo Werder erstklassige Chancen für die Gäste aus Leipzig hatten. Poulsen vergab kläglich, Werners Schuss wurde vom überragenden Alexander Hack mit der Hacke auf der Torlinie geklärt. An mangelnder Kampfbereitschaft lag es nicht, dass Mainz so schwer in die Partie kam, eher an der Klasse der Leipziger.

Treffer aus dem Nichts

Doch als die Dominanz der Sachsen Überhand zu nehmen schien, kam FSV-Stürmer Yoshinori Muto im Duell mit Dayot Upamecano im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Bastian Dankert zögerte keinen Augenblick, rief auch nicht den Video-Assistenten an, sondern Pfiff sofort Strafstoß. Eine durchaus diskutable, aber keine Fehlentscheidung. Pablo de Blasis verwandelte mit etwas Glück (29. Minute) - sein Schuss in die Tormitte wurde vom Fuß von Torwart Peter Gulacsi noch abgelenkt, allerdings nicht mehr entscheidend.

Fußball Bundesliga 1. FSV Mainz 05 vs RB Leipzig | Elfmeter (picture-alliance/dpa/T. Frey)

Schwacher Elfer - egal, drin. De Blasis verwandelt gegen Gulacsi zum 1:0.

In diesem Moment erlebte das Spiel seine Wende. Die Mainzer, vorher offensiv fast nicht existent, ließen eine Angriffswelle nach der anderen über die Leipziger Abwehr rollen. "Es war wichtig, eine Reaktion nach dem Augsburg-Spiel zu zeigen", sollte Trainer Schwarz nach der Begegnung sagen. Gegen Augsburg hatten man noch eine schmerzliche Niederlage einstecken müssen, aber jetzt war man plötzlich oben auf. Selbst eine höhere Führung war plötzlich drin, doch der gute Gulacsi vereitelte einige Tormöglichkeiten.

Die Gäste dagegen ließen auch in der zweiten Hälfte ein Aufbäumen vermissen. Hatte ihnen das ständige Gerede um die Zukunft ihrer sportlichen Leitung zugesetzt? Trainer Ralph Hasenhüttl wird derzeit mit allen möglichen anderen Klubs in Verbindung gebracht, nach Bayern und Dortmund soll es jetzt Frankfurt sein und Sportdirektor Ralf Rangnick ist angeblich beim FC Arsenal im Gespräch.

Möglicherweise war es die Unruhe, die die Leipziger aus dem Konzept brachten, möglicherweise auch konditionelle Mängel. Denn nach rund 70 Minuten ging nichts mehr bei den Gästen.

Ein Joker und ein Debütant

Dem eingewechselten Alexandru Maxim gelang nach einer schönen Kombination in der 85. Minute die Vorentscheidung, Bote Baku machte dann mit seinem ersten Bundesligator im ersten Bundesligaspiel in der 90. Minute den Deckel drauf. Drei Punkte beträgt der Vorsprung der Mainzer nun auf den Relegationsplatz, zwei Partien stehen noch aus bis zum Saisonende. "Ein paar Schritte fehlen noch", kommentierte Schwarz die Situation und hatte dabei sichtlich Mühe, seine Euphorie zu bremsen.

Fußball Bundesliga 1. FSV Mainz 05 vs RB Leipzig | Jubel Ridle Baku (Imago/J. Huebner)

Erstes Spiel, erstes Tor: Baku kommt sonst in der Regionalliga zum Einsatz, freut sich über sein 3:0 für Mainz

Bei RB dagegen saß der Frust tief: "Heute war der entscheidende Punkt, dass wir in der Offensive nicht zwingend genug waren. Wir hätten die Tore machen müssen in der ersten Halbzeit", klagte Kapitän Willi Orban. Er wird seiner Mannschaft in der nächsten Begegnung am kommenden Samstag gegen Wolfsburg nicht helfen können, weil er seine fünfte Gelbe Karte sah und gesperrt ist. Ebenso wie sein Kollege Naby Keita, der in der Nachspielzeit bei 0:3-Rückstand völlig unnötig Gelb-Rot provozierte und vom Platz musste. "Das war völlig unnötig", rügte Oban den Mittelfeldmann.

Keita wird die Leipziger ohnehin im Sommer in Richtung Liverpool verlassen und so kann es ihm egal sein, ob RB in der kommenden Saison nun in der Europa League, in der Champions League oder gar nicht international vertreten sein wird. Momentan liegt Leipzig noch auf Rang sechs, fünf Punkte hinter Hoffenheim, das als Viertplatzierter den letzten Königsklassenplatz belegt. Der Vorsprung auf Frankfurt und Stuttgart dahinter beträgt nur noch einen beziehungsweise zwei Punkte. Schafft es das Überraschungsteam der Vorsaison also nicht, die Krise umgehend zu beenden, droht ein Jahr ohne Auftritte in Europa.

Hier können Sie die Höhepunkte der Partie - ebenso wie die des Spiels zwischen Bremen und Dortmund - noch einmal nachlesen.

Die Redaktion empfiehlt