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PolitikGlobal

News kompakt: Möglicher Hormus-Einsatz für deutsches Schiff

4. Mai 2026

Das Minensuchboot "Fulda" verlässt Kiel und fährt zunächst ins Mittelmeer. Dort wartet es auf ein entsprechendes Mandat. US-Präsident Trump kündigt einen Einsatz in der Straße von Hormus an. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Das Minenjagdboot Fulda liegt im Stadthafen der Hansestadt Rostock
Startet von Kiel aus zu einem Einsatz im Mittelmeer: Das Minenjagdboot Fulda (Archivfoto)Bild: Roland Hartig/IMAGO

Mit Blick auf einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus läuft das Minenjagdboot "Fulda" der deutschen Marine an diesem Montag vom Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer aus. Die Verlegung dient nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums der Vorausstationierung. Ein Einsatz in der Straße von Hormus setzt ein Mandat des Bundestags voraus. Sollten die Parlamentarier grünes Licht geben, wäre das Schiff somit bereits näher am Einsatzort.

Die "Fulda" wird dafür aus einem NATO-Einsatz in der Nord- und Ostsee herausgelöst und soll im Mittelmeer zunächst in einen NATO-Minenabwehrverband eingegliedert werden.

Die USA werden laut Trump Schiffe durch Straße von Hormus geleiten

Die USA wollen heute eine Initiative starten, um Schiffen zu helfen, die wegen der iranischen Blockade der Straße von Hormus feststecken. Um diesen Einsatz hätten "Länder aus aller Welt" gebeten, erklärte US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social. Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative mit dem Titel "Projekt Freiheit" drohte Trump, dagegen mit Härte vorzugehen. Viele Details zum Ablauf der Initiative, die am Vormittag (Ortszeit Nahost) beginnen sollte, ließ Trump jedoch offen.

Schiffe in der Straße von Hormus
Schiffe in der Straße von Hormus, hier vor Oman Ende April 2026Bild: REUTERS

Der Iran verbat sich dagegen jedwede amerikanische Einmischung in der Meerenge. Eine solche werde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, Ebrahim Azizi, auf X.

Bundeskanzler Merz baut auf gutes Verhältnis zu US-Präsident Trump

Trotz des von Präsident Donald Trump angekündigten Abzugs tausender US-Soldaten und der Nicht-Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland setzt Bundeskanzler Friedrich Merz auf gute Beziehungen zu Washington. Er gebe die Arbeit am transatlantischen Verhältnis nicht auf, und er gebe auch die Zusammenarbeit mit Donald Trump nicht auf, sagte Merz am Sonntag in der TV-Sendung "Caren Miosga". Zuvor hatte Trump den Abzug von "weit mehr als 5000" US-Soldaten aus Deutschland angekündigt.

Es bleibe seine Überzeugung, dass "die Amerikaner für uns wichtige Partner sind, die wichtigsten im nordatlantischen Bündnis", sagte Merz. Er müsse "akzeptieren", dass der US-Präsident zu Themen wie dem Iran-Krieg eine andere Meinung als die Bundesregierung habe.

Europäer beraten über Energie- und Sicherheitspolitik

Die Staats- und Regierungschefs von mehr als 40 europäischen Ländern treffen sich an diesem Montag zu Gesprächen in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Überschattet wird der Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) von den angespannten Beziehungen zwischen Europa und den USA. Erstmals nimmt mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney auch ein nicht-europäischer Regierungschef teil. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Teilnahme hingegen abgesagt.

Die EPG war nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 gegründet worden. Ihr gehören die 27 EU-Länder an sowie 20 Drittstaaten von Albanien bis zur Ukraine. Das Treffen bietet traditionell auch Raum für bilaterale Gespräche.

Schweden beschlagnahmt verdächtigen Tanker in der Ostsee

Schweden hat an seiner Südküste ein mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörendes Schiff gestoppt. "Das Schiff namens 'Jin Hui' steht unter Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren", erklärte der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin im Onlinedienst X. Es stehe auf der Sanktionsliste der EU, Großbritanniens und der Ukraine.

Das Schiff wurde den Angaben zufolge vor der südschwedischen Hafenstadt Trelleborg in schwedischen Gewässern gestoppt. Die Küstenwache erklärte, das 182 Meter lange Schiff sei unter syrischer Flagge unterwegs gewesen und habe "wahrscheinlich" keinerlei Fracht an Bord gehabt. "Sein Ziel ist unbekannt", hieß es weiter. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Ukraine-Kriegs umgeht.

Drei Tote bei Ausbruch akuter Atemwegserkrankungen auf Atlantik-Kreuzfahrt

Auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor der Küste von Kap Verde sind nach einem mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruch drei Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere Passagiere seien erkrankt, teilten Behörden und Medien mit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht den Vorfall und hat den ‌Erreger bislang ⁠bei ⁠einer der sechs betroffenen Personen nachgewiesen.

Kap Verde Praia 2025 | Luftaufnahme des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius nach Krankheitsausbruch
Laut einem Bericht der BBC handelt es sich bei dem betroffenen Schiff um die MV Hondius (Archivfoto)Bild: AFP

Die WHO koordiniert nach eigenen Angaben die medizinische Evakuierung und unterstützt ​die rund 150 verbliebenen Passagiere an Bord. Das Schiff war vor etwa drei Wochen in Argentinien gestartet und hatte auf dem Weg nach ⁠Kap ​Verde unter anderem in der Antarktis Halt gemacht. Der Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen.

pg/pgr (dpa, afp, rtr)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.