Lockerbie-Attentat: Schottland lässt Stasi-Mitarbeiter befragen | Welt | DW | 21.03.2019
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Justiz

Lockerbie-Attentat: Schottland lässt Stasi-Mitarbeiter befragen

In den Ermittlungen zum Flugzeug-Attentat von Lockerbie 1988 führt eine neue Spur nach Deutschland. Mehrere mutmaßliche frühere Stasi-Mitarbeiter werden nun in Deutschland vernommen.

Im Zusammenhang mit dem Lockerbie-Anschlag gehen die schottischen Staatsanwälte der Frage nach, ob Stasi-Agenten Teil der Terror-Verschwörung waren. Es lägen entsprechende Rechtshilfeersuchen aus Schottland zur Aufklärung der Hintergründe vor, teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Bei dem Anschlag vor mehr als 30 Jahren waren 270 Menschen getötet worden.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf schottische und deutsche Staatsanwälte berichtet, Schottlands Generalstaatsanwältin Alison di Rollo habe für neue Ermittlungen in dem Fall um die Vernehmung von etwa 20 ehemaligen Stasi-Offizieren ersucht. Demnach soll geklärt werden, ob und wie weit die Stasi in die Anschlagspläne verstrickt gewesen sei.

Dem "Bild"-Bericht zufolge richteten die schottischen Ermittler nicht nur nach Berlin Amtshilfeersuchen, sondern auch nach Brandenburg. Die Staatsanwaltschaften Potsdam, Neuruppin, Frankfurt an der Oder und Cottbus hätten die Vernehmungen bestätigt, schrieb die Zeitung. Mindestens eine Befragung habe es zudem in Sachsen gegeben.

"Ausschließlich Zeugenvernehmungen"

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) hatte fünf "europäische Ermittlungsanordnungen" erhalten. Ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR seien aber nicht als Verdächtige verhört worden. "Es handelt sich ausschließlich um Zeugenvernehmungen", sagte eine Sprecherin.

Am 21. Dezember 1988 war eine Pan-Am-Maschine mit 259 Menschen an Bord über die schottische Kleinstadt Lockerbie explodiert. Am Boden wurden elf weitere Menschen getötet. Libyen übernahm 2003 die Verantwortung für den Anschlag, die der ehemalige Diktator Muammar
al-Gaddafi angeordnet haben soll. Die Hinterbliebenen der Opfer erhielten Entschädigungen aus Libyen in Milliardenhöhe.

Bisher hat es nur eine Verurteilung in dem Fall gegeben: der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Bassit al-Megrahi wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Aufgrund seiner Krebserkrankung, an der er 2012 starb, wurde er aber frühzeitig freigelassen. Gaddafi wurde 2011 von Aufständischen getötet.

ni/ WW (afp, dpa)

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