Kuba setzt auf eigene Corona-Vakzine | Aktuell Welt | DW | 21.08.2021
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Pandemie

Kuba setzt auf eigene Corona-Vakzine

Trotz einer groß angelegten Impfkampagne steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in dem Karibikstaat. Jetzt hat Kuba einen zweiten und dritten selbstentwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen.

Kuba neue Impfstoffe

Made in Cuba: "Soberana"

Die Kombination von zwei Dosen des Vakzins Soberana 02 und einer Dosis Soberana Plus habe in der Testphase III mit einer Effektivität von gut 91 Prozent symptomatische Erkrankungen verhindert, teilte die kubanische Regierung mit. Das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (CECMED) erteilte daraufhin eine Notfallzulassung.

Soberana 02 entwickelte Kuba gemeinsam mit dem Iran. Dort verfügt das Mittel unter dem Namen "Pasteurcovac" ebenfalls schon über eine Notfallzulassung.

Viel Erfahrung

Am 9. Juli war das kubanische Vakzin Abdala als erster in Lateinamerika entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen geworden. Bei Abdala wie auch den Soberana-Mitteln handelt es sich um Impfstoffe aus aufbereiteten Proteinen des Erregers.

Kuba verfügt über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Die Studienergebnisse zu den kubanischen Corona-Vakzinen wurden bislang aber nicht unabhängig geprüft.

Kuba neue Impfstoffe

Bereits 12,3 Millionen Impfdosen sind auf der Karibikinsel verimpft worden

Viele Impfungen, viele Infektionen

Bis zum 18. August hatte das Land mit seinen 11,2 Millionen Einwohnern insgesamt 12,3 Millionen Impfstoffdosen verabreicht. Dennoch stiegen die Fälle seit Juli aufgrund des Auftretens der Delta-Variante sprunghaft an: Zuletzt verzeichnete Kuba fast 10.000 neue bestätigte Infektionen binnen eines Tages. In einigen Provinzen kam es sogar zu Engpässen bei der Versorgung von COVID-19-Patienten mit Sauerstoff.

Auch macht sich die tiefe Wirtschaftskrise, in der das sozialistische  Land steckt, im Gesundheitssektor deutlich bemerkbar - es fehlt an Medikamenten und Ausrüstung. Dies war einer der Auslöser außergewöhnlicher Massenproteste gegen die Regierung am 11. Juli.

nob/wa (dpa, rtre, afp)

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