Kommentar: Schade, BVB! | Sport | DW | 02.03.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Meinung

Kommentar: Schade, BVB!

Borussia Dortmund hat den Vorsprung vor dem FC Bayern München aufgebraucht - ein Zeichen mangelnder Reife, meint Stefan Nestler und sieht nur eine Chance für die Dortmunder: das Momentum zurückgewinnen.

So unglaublich stark Borussia Dortmund in die Saison gestartet war, so unerklärlich scheint den Schwarzgelben jetzt die Luft auszugehen. Gerade mal einen Sieg holte das Team aus den letzten sieben Pflichtspielen. K.o. im DFB-Pokal, vor dem Aus in der Champions League und jetzt auch noch den Riesenvorsprung in der Bundesliga verspielt - was ist los mit dem BVB? Das begeisternde Offensivspektakel, mit dem sich die Mannschaft von Trainer Lucien Favre im vergangenen Herbst in die Herzen nicht nur der Dortmunder Fans gespielt hatte, blitzt nur noch ab und zu auf. An die Stelle der Leichtigkeit, mit der die Borussia in der ersten Saisonhälfte Tore am Fließband schoss und Spiele gewann, ist in der Rückrunde die Leichtfertigkeit getreten, mit der die Mannschaft Gegentreffer kassiert und damit Punkte liegen lässt. Was als erfrischende Unbekümmertheit der jungen Spieler erschien, entpuppt sich nun auf lange Strecke als mangelnde Reife.

Kraft gespart

Noch am 15. Spieltag stand der BVB ungeschlagen an der Tabellenspitze, neun Punkte vor Titelverteidiger FC Bayern. Neun Spieltage später ist der überaus komfortable Vorsprung komplett aufgebraucht, den viele schon für eine Vorentscheidung im Titelkampf gehalten hatten. Die Münchener sind wieder dran.

DW Kommentarbild Stefan Nestler

Stefan Nestler, DW Sport

Nicht dass der Rekordmeister nun in ausnahmslos jeder Bundesliga-Partie seit jenem 15. Spieltag so geglänzt hätte wie an diesem Samstag beim 5:1-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach. Aber das Team von Trainer Niko Kovac gewann eben acht von neun Spielen – wenn nötig, auch mal "dreckig", mit purem Kampf wie beim 3:2 in Augsburg, dort wo es vielen Dortmundern beim 1:2 am Freitag an der richtigen Einstellung fehlte. Was bei den Bayern früh in der Saison als mangelnde Frische einer alternden Mannschaft erschien, entpuppt sich jetzt als Kraftsparen für die wirklich wichtige Saisonphase.

Momentum zurückerobern

"Das Momentum ist auf unserer Seite", verkündete Thomas Müller, wieder erstarkter Weltmeister in Reihen der Bayern, nach dem Sieg in Mönchengladbach. Und er hat recht. Fußball ist eben auch Kopfsache: Wer einen Lauf hat, gewinnt leichter. Wollen die Dortmunder ihren Traum vom neunten deutschen Meistertitel aufrechterhalten und das Titelrennen bis zum Schluss spannend halten, müssen sie das Momentum zurückerobern. Die Spiele seit der Winterpause haben gezeigt, dass dies wohl nur mit einem gesunden Marko Reus in Topform und 100-prozentig fokussierten und engagierten Mitspielern gelingen kann. Sonst heißt es am Ende wieder, frei nach Gary Lineker: Fußball ist ein einfaches Spiel. 18 Mannschaften jagen 34 Spieltage dem Ball nach, und am Ende gewinnt der FC Bayern.

Die Redaktion empfiehlt