Kinoerlebnis: 14. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen | Filme | DW | 24.08.2018
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Filmfestivals

Kinoerlebnis: 14. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen

Das Filmfestival in Ludwigshafen hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der zugkräftigsten in Deutschland entwickelt. Dabei setzt das Festival nicht nur auf deutsche Filme. Wir stellen Ihnen 10 Kino-Highlights vor.

Die Kulturlandschaft ist im Wandel. Das betrifft vor allem auch das Kino. Seit ein paar Jahren lässt sich ein Trend beobachten, dessen Ende noch nicht abzusehen ist: Filmfestivals erobern neue Bedeutungsräume.

Früher waren sie eine Leistungsschau der künstlerischen Kinoproduktionen. Das schlug sich in Einladungen zu Internationalen Wettbewerben und Preisen nieder.

Prüfstand für ökonomischen Wert von Filmen

Festivals sorgten auch für eine "fachlich-kritische Diskussion über neue Filmwerke", wie Michael Kötz, Leiter des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen, erläutert. Außerdem, so Kötz, "hatten sie dabei stets eine weitere Aufgabe, die in den letzten zwei, drei Jahrzehnten immer wichtiger wurde: nämlich den ökonomischen Wert der neuen Filmware festzulegen."

Festival des deutschen Films Ludwigshafen Deutschland 2012 (Festival des deutschen Films/Norbert Bach/Ben Pakalski), Blick in ein mit Publikum gefülltes Vorführzelt

Kinoerlebnis auf der Rheininsel: Das Festival zeigt die Filme in riesigen Zelten

Dies gelte inzwischen aber nur noch "für etwa 20 der rund 2.000 Filmfestivals weltweit", so Kötz: "Die anderen haben längst eine ganz andere Funktion. Auch wenn das nicht jeder zugeben will."

Heute sind Festivals dafür da, Filme zu zeigen, die anderswo gar nicht mehr oder nur noch selten im Kino zu sehen sind. Entweder, weil sie keine Verleiher mehr finden - oder auch, weil sie im alltäglichen Kino-Alltag durch die enorme Präsenz von Hollywood-Blockbustern an den Rand gedrängt werden.

Gemeinschaftserlebnis Kino

Deshalb beweisen Festivals, so der langjährige Direktor des Festivals in Ludwigshafen, eine "Attraktivität des Ortes Kino und die überragende Qualität einer intensiven Filmerfahrung, die nur dort möglich ist."

Bei Festivals kämen "Menschen zusammen, um in großer Zahl zugleich aus einem einzigen Fenster hinaus in die Welt zu sehen, tief begeistert und betroffen von dem, was sie gemeinsam erleben."

So seien "Publikumsfestivals (…) auch keine ökonomische Konkurrenz zum gewöhnlichen Kinobesuch, sondern eine temporäre und nachhaltige festliche Werbung für den Erlebnisort Kino."

Berlinale Filmstill aus Roadmovie 303 (Kahuuna Films/Sebastian Lempe, Mario Krause )

Läuft auf dem Festival: Hans Weingartners Road-Movie "303" - der Regisseur erhält den Filmregiepreis des Festivals

Ludwigshafen hat sich diese Erkenntnis, wie andere Festivals auch, in den letzten Jahren zunutze gemacht. Auf einer Insel im Rhein ist ein attraktives Filmfestival entstanden, dass zwar noch den Titel "Festival des deutschen Films" trägt, aber seit 2018 auch internationale Filmproduktionen zeigt.

Mit diesem Konzept haben Kötz und sein Team mittlerweile großen Erfolg. Mit rund 100.000 Besuchern ist das Festival - eigenen Angaben zufolge - nach der Berlinale die inzwischen die meistbesuchte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

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