Keine Gnade für Russlands Leichtathleten | Sport | DW | 23.09.2019
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Doping

Keine Gnade für Russlands Leichtathleten

Gleich zwei Hiobsbotschaften für den russischen Sport: Der Leichtathletikverband bleibt gesperrt - das Aus für die WM in Doha. Unterdessen will die Welt-Anti-Doping-Agentur Manipulationsvorwürfe untersuchen.

Russland Moskau Dopingkontrollen

Kontrollen im Moskauer Doping-Labor (Archivbild)

Wenige Tage vor der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha und zehn Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio ist Russland zurück im Fadenkreuz der internationalen Dopingjäger: Auch bei dem Turnier in der katarischen Hauptstadt müssen die 29 nominierten russischen Athleten unter neutraler Flagge starten. Das entschied das Council des Weltverbandes IAAF. "Es kann ganz klar gesagt werden, dass Russland die Bedingungen für eine Wiederzulassung nicht erfüllt hat", sagte Rune Andersen, Chef des IAAF-Inspektionsteams. 

Die IAAF ist die letzte internationale Sportorganisation, die den im November 2015 verfügten Bann Russlands noch nicht aufgehoben hat. Laut Andersen stützt sich die jüngste Entscheidung unter anderem auf Daten, die IAAF von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bekommen habe. "Wir haben die Fakten noch nicht, aber wir vertrauen den Informationen."

Systematisch vertuschte Dopingtests?

Wenige Stunden vor der IAAF-Sitzung hatte die WADA ein offizielles Verfahren gegen Russland eingeleitet. Hintergrund sind Zweifel an der Echtheit der Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor, die das Ausmaß des institutionalisierten Dopingsystems belegen sollen. Zwischen Januar 2012 und August 2015 sollen laut WADA in dem Labor systematisch positive Dopingtests vertuscht worden sein.

Russland Juri Ganus, Generaldirektor Anti-Doping-Agentur RUSADA

Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA, geleitet von Juri Ganus, könnte im Zuge von Sanktionen suspendiert werden

"Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli. Moskau bekam drei Wochen Zeit, auf die Unregelmäßigkeiten zu reagieren.

"Strengste Sanktionen"

Die Agentur hatte im Vorfeld gewarnt, "strengste Sanktionen" zu ergreifen, falls sich herausstellt, dass die Daten manipuliert seien. So könnte die erneute Suspendierung der russischen Doping-Agentur RUSADA ein Thema werden. "Die Gewährung der Echtheit der Moskauer Labordaten war eine Bedingung für die Wiederaufnahme der RUSADA", betonte die WADA in einer Erklärung. Erst nach langen Verhandlungen hatte Russland Anfang 2019 die Daten herausgegeben - im Gegenzug wurde die Agentur wieder in die WADA aufgenommen.

Zudem könnten nicht nur die Leichtathleten, sondern alle russischen Sportler suspendiert werden - so wie bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang, als sie nur unter neutraler Flagge an den Start gehen durften. 

hk/hf (dpa, sid)

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