WADA verzichtet auf Sanktionen gegen RUSADA | Sport | DW | 22.01.2019
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Doping

WADA verzichtet auf Sanktionen gegen RUSADA

Obwohl Russlands Anti-Doping-Agentur RUSADA die Auflagen der Welt-Anti-Doping-Agentur erst verspätet erfüllt hat, gibt es keine weitere Sperre der Russen. Die Kritik am sanften Umgang mit Russland war schon vorher laut.

Statt der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA die harte Hand zu zeigen, setzt die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ihren Kuschelkurs fort: Im vergangenen September hatte die WADA die zuvor gesperrte RUSADA überraschend begnadigt. Dabei war den Russen zur Auflage gemacht worden, der WADA Zugang zum Moskauer Anti-Doping-Labor (LIMS) und den darin vorhandenen Proben zu gewähren - und zwar spätestens bis zum 31. Dezember 2018. Obwohl dies erst nach viel Hin und Her verspätet erfolgte, ließ die WADA nun Gnade vor Recht walten. Wie die Doping-Jäger aus Montreal mitteilten, blieb es bei einer bloßen Ermahnung. Von einer erneuten Suspendierung sah man ab, die zahlreiche Sportler und andere Anti-Doping-Agenturen vehement gefordert hatten.

"Mehrere Mitglieder unserer Exekutivkomitees haben ihre Enttäuschung darüber geäußert, dass die Frist nicht eingehalten wurde, jedoch darin übereingestimmt, dass diesbezüglich keine Sanktionen verhängt werden sollten", sagte WADA-Präsident Craig Reedie: "Wir wollen vor allem sicherstellen, dass Betrüger zur Rechenschaft gezogen werden. Ich hoffe, dass die Athleten und andere sehen, dass wir diesbezüglich gute Fortschritte machen."

Reedie: "Zweifellos viel weitergekommen"

Bonn, 15 Jahre Nationale Anti Doping Agentur Deutschland, Craig Reedie (picture-alliance/dpa/H.Kaiser)

Craig Reedie, Vorsitzender der WADA

Weiter sagte Reedie: "Die WADA-Exekutive hat sich erfreut gezeigt über die bedeutenden Fortschritte, die bei der Lösung des Falles gemacht wurden seit der Entscheidung vom September, die RUSADA unter strengen Bedingungen wieder zuzulassen." Man sei zwar noch nicht am Ziel, und es gebe noch viel zu tun, aber man sei "zweifellos viel weitergekommen, als wir es ohne die Entscheidung vom September geschafft hätten".

Das Expertenteam der WADA hatte erst am 10. Januar seine Arbeit im Moskauer Labor aufgenommen und nach einer Woche erfolgreich abgeschlossen. Die WADA-Exekutive beriet sich im Anschluss mit dem unabhängigen WADA-Kontrollgremium CRC über eine mögliche Bestrafung. Der LIMS-Datensatz ist bei der Aufklärung des russischen Dopingskandals von grundlegender Bedeutung. Darin enthalten sind alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015, in diesem Zeitraum sollen systematisch positive Tests vertuscht worden sein. Mit den Daten sollen individuelle Verfahren gegen russische Athleten möglich sein.

"Wir gehen jetzt zur zweiten Phase über, nämlich zur Authentifizierung der aus dem ehemaligen Moskauer Laboratorium abgerufenen Daten, damit wir letztendlich mehr schuldige Athleten überführen und andere entlasten können. Wir werden nicht von dieser Mission ablasse und sind davon fest überzeugt sind, dass sie im besten Interesse des sauberen Sports und der Athleten weltweit ist."

NADA lässt russische Erklärung nicht gelten

Die RUSADA hatte sich gegen die Anschuldigungen gewehrt. Wie die Agentur mitteilte, sei der erste Einreiseversuch der WADA-Experten kurz vor Weihnachten gescheitert, weil die technische Ausrüstung der WADA nicht nach russischem Recht zertifiziert gewesen war. Die deutsche Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) ließ die Erklärung nicht gelten.

Die Missachtung der gesetzten Frist zur Übergabe der Daten um 18 Tage sei inakzeptabel und schaffe wenig Vertrauen für den weiteren Fortgang des Prozesses, hieß es in einer Mitteilung der NADA. Unter anderem hatten sich nach dem Ablauf der Frist Sportler und ein Zusammenschluss von 16 nationalen Anti-Doping-Agenturen, darunter auch die deutsche NADA, für eine erneute Suspendierung der RUSADA ausgesprochen.

asz (sid)

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