Jemens Präsident Hadi entlässt Regierungschef | Aktuell Nahost | DW | 16.10.2018
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Naher Osten

Jemens Präsident Hadi entlässt Regierungschef

Die Lage im Bürgerkriegsland Jemen ist prekär, auch die Wirtschaft ist am Boden. Deshalb hat Präsident Hadi den Regierungschef ausgetauscht. Die Vereinten Nationen warnen, dass die Hungersnot noch größer werden könnte.

Der bisherige jemenitische Ministerpräsident Ahmed bin Dagher (Artikelbild) muss sein Amt abgeben. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi begründete die Entscheidung damit, dass Dagher nicht genug gegen die Wirtschaftskrise in dem Bürgerkriegsland getan habe. Die Nachrichtenagentur Sana zitiert aus einer Erklärung, wonach der Regierungschef es insbesondere nicht geschafft habe, den Verfall der Landeswährung Rial zu stoppen. Dagher habe nicht ausreichend gegen das Leiden der Bevölkerung gekämpft.

Hadi ordnete an, Ermittlungen gegen Dagher einzuleiten. Zuletzt war es zu Protesten gegen die Regierung gekommen, weil die wirtschaftliche Lage im Jemen immer schlechter wird.

Neuer Ministerpräsident hat gute Kontakte nach Saudi-Arabien

Neuer Ministerpräsident ist Maeen Abdul Malek. Er war bisher für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nach Angaben von politischen Beobachtern verfügt er über sehr gute Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die beiden Länder sind aktiv am Bürgerkrieg im Jemen beteiligt. In dem Land kämpfen seit 2014 die vom Iran unterstützen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Hadi. Dieser wird von einer Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt. In dem Konflikt wurden bisher rund 10.000 Zivilisten getötet.

Jemen Krieg | unterernährte Kinder (picture-alliance/AP Photo/H. Issa)

Millionen Menschen im Jemen haben nicht genug zu essen

Vielen Menschen im Jemen fehlt es wegen des Bürgerkriegs am Nötigsten. Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt. Drei Viertel der etwa 30 Millionen Einwohner brauchen humanitäre Hilfe, rund acht Millionen haben nicht genug zu essen. Das Welternährungsprogramm der UN warnte, dass die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen auf zwölf Millionen anwachsen könne, wenn sich die Lage nicht bald verbessere. Der Jemen muss fast alle seiner Lebensmittel importieren.

Ba/stu (rtr, afp, dpa)

 

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