Israel tötet sieben mutmaßliche Terroristen an syrischer Grenze | Aktuell Welt | DW | 02.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Golanhöhen

Israel tötet sieben mutmaßliche Terroristen an syrischer Grenze

Israel hat die Golanhöhen wegen der aktuellen Entwicklungen in Syrien derzeit verstärkt im Blick. Nun tötete das israelische Militär dort nach eigenen Angaben sieben Terroristen.

Ein Armeesprecher sagte, die sieben Männer hätten sich gezielt und in Kampfformation in Richtung der israelischen Grenze bewegt. Es sei offensichtlich gewesen, dass es sich um Terroristen handelte. Sie seien eindeutig nicht auf der Flucht, sondern "auf einer Angriffsmission" gewesen. Die Armee geht davon aus, dass es sich bei den Getöteten um Mitglieder einer Splittergruppe der Terrormiliz IS handelt.

Der Angriff fand im Grenzgebiet zwischen den israelisch besetzten Golanhöhen, Syrien und Jordanien statt. Nach Angaben des Militärs waren die Verdächtigen wenige hundert Meter entfernt von der Grenzlinie zu Israel unterwegs. Nach einer Beobachtungszeit habe die Luftwaffe dann auf sie geschossen. Nach dem Angriff habe man sieben Tote sowie Sprengstoffgürtel und Sturmgewehre des Typs AK-74 gefunden.

Auch Jordanien erklärte, seine Armee habe IS-Kämpfer in dem Gebiet zurückgeschlagen und mehrere von ihnen getötet. Eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen sei vor den syrischen Truppen auf der Flucht gewesen und habe sich in der Nähe der Golanhöhen auf die jordanische Grenze zubewegt. Nach dem jordanischen Angriff sei der Rest der Gruppe gezwungen gewesen, sich wieder nach Syrien zurückzuziehen.

Umkämpftes Gebiet

Die Situation in dem Grenzgebiet ist komplex: Die Golanhöhen sind offiziell syrisches Staatsgebiet, werden aber seit 1967 zum größten Teil von Israel kontrolliert. 1974 wurde mit dem Waffenstillstandsabkommen eine Pufferzone zwischen den Golanhöhen und Syrien eingerichtet, die von UN-Blauhelmen überwacht wurde. Wegen des Bürgerkriegs in Syrien wurde die UN-Mission 2014 allerdings unterbrochen. 

Auf der syrischen Seite der Pufferzone hat Syriens Militär in den vergangenen Wochen immer mehr Gebiete wieder unter seine Kontrolle gebracht. Das beobachtet Israel mit Sorge: Man fürchtet, dass mit dem Vormarsch der syrischen Truppen auch wieder iranische Kräfte sowie die Hisbollah-Miliz in die Nähe der Grenze gelangen könnten, die als Bedrohung der nationalen Sicherheit gelten. Russland erklärte als Verbündeter des Irans und Syriens, die iranischen Truppen hätten ihre schweren Waffen auf eine Entfernung von 85 Kilometern von den Golanhöhen zurückgezogen. Israel kritisierte den Rückzug als nicht ausreichend.

Trotz aller Befüchtungen erhofft sich Israel auch mehr Ruhe von der aktuellen Entwicklung in Syrien: Wenn Präsident Baschar al-Assad sich in dem seit Jahren anhaltenden Konflikt durchsetze, habe man wieder einen "richtigen Adressaten, jemanden, der verantwortlich ist, und eine zentrale Regierung", sagte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. So werde man wieder zur Situation vor Beginn des Krieges zurückkehren.

Moskau: Wieder UN-Blauhelme in der Region

Nach Angaben Russlands sind zum ersten Mal seit 2014 wieder UN-Blauhelme in die Region gefahren. Das russische Verteidigungsministerium kündigte außerdem an, eigene Militärpolizei auf den Golanhöhen zu stationieren. Damit wolle man "Provokationen gegen UN-Stellungen" vermeiden, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax.

cvo/kle (rtr, dpa)

Die Redaktion empfiehlt