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KonflikteDeutschland

Iran-Krieg: Pistorius sagt Unterstützung bei Waffenruhe zu

26. März 2026

Deutschland will sich nach einer Feuerpause in der Nahost-Region laut Verteidigungsminister Pistorius an deren Absicherung beteiligen. Die USA drohen dem Iran indes mit der "Hölle".

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Australien Canberra 2026 | Verteidigungsminister Boris Pistorius äußert sich bei einer Pressekonferenz, links und rechts von ihm je eine deutsche Flagge, hinter ihm die von Australien
Verteidigungsminister Boris Pistorius: "Der Krieg ist eine Katastrophe für alle Volkswirtschaften"Bild: Peter Kneffel/dpa/picture alliance

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe im Iran-Krieg in Aussicht gestellt. "Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt", sagte Pistorius in einem Gespräch mit Australiens Verteidigungsminister Richard Marles in der Hauptstadt Canberra. Nötig sei eine diplomatische Lösung, "so schnell wie möglich", betonte der deutsche Minister. Er richtete diese Forderung vor allem an den Iran, aber auch an die USA.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz wies Pistorius darauf hin, Instabilität in der Nahost-Region habe Auswirkungen auf die gesamte Welt. Deutschland sei deswegen bereit, jeden Frieden abzusichern. Auch könne über eine Beteiligung Deutschlands an einem Einsatz zum Schutz der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus gesprochen werden.

Der deutsche Verteidigungsminister wies bei seinem Besuch in Australien auch nochmals darauf hin: "Wir sind vorher nicht konsultiert worden. Es ist nicht unser Krieg. Und darum wollen wir in diesen Krieg auch nicht reingezogen werden, um das glasklar zu machen."

"US-Präsident Trump wird die Hölle im Iran losbrechen lassen"

Das Weiße Haus in Washington drohte dem Iran mit noch härteren Angriffen, sollte das Mullah-Regime in Teheran nicht nachgeben. "Wenn sie nicht begreifen, dass sie militärisch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird Präsident (Donald) Trump dafür sorgen, dass sie härter getroffen werden als je zuvor", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin "produktive" Gespräche auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump auch dazu bereit, die "Hölle im Iran losbrechen" zu lassen. 

Die Führung in Teheran habe nun die Chance, mit Trump zu kooperieren, sagte Leavitt. Dazu gehöre, das Nuklearprogramm aufzugeben und die USA und deren Verbündete nicht weiter zu bedrohen. 

Karoline Leavitt spricht vor Journalisten im Weißen Haus
Mit martialischen Worten droht die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, der Führung im Iran Bild: REUTERS

Iran: Es gibt keine Verhandlungen

Offiziell dementiert die politische und militärische Führung der Islamischen Republik jegliche Art von Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Kriegs. "Ich erkläre mit Nachdruck, dass es keine Verhandlungen oder Gespräche mit der amerikanischen Seite gegeben hat", sagte Außenminister Abbas Araghtschi am Mittwochabend im Staatsfernsehen.

Die USA hätten in den vergangenen Tagen über Vermittler Botschaften überbringen lassen, auf die man entweder mit der Bekanntgabe eigener Positionen oder Warnungen reagiert habe, erklärte er. "Das ist weder Verhandlung noch Dialog. Es ist lediglich ein Austausch von Botschaften."

Araghtschi fügte hinzu, man habe auch nicht die Absicht, mit den USA zu verhandeln.

Die immensen Kosten des Iran-Krieges

Das Militär der Vereinigten Staaten sieht knapp einen Monat nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran die gegnerischen Fähigkeiten massiv geschwächt. "Wir sind auf dem Weg, den gesamten militärischen Produktionsapparat des Irans vollständig zu beseitigen", sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (CENTCOM), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Mehr als 10.000 Ziele seien inzwischen angegriffen worden. 

Zwei Todesopfer in den VAE nach iranischen Raketenangriffen

Die iranischen Streitkräfte griffen an diesem Donnerstag wieder mehrere Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an. In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, wurden zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Rakete getötet. Drei Personen wurden verletzt, wie das Medienbüro der Stadt weiter mitteilte.

Mehrere feindliche Drohnen wurden über Kuwait abgefangen, wie die staatliche Nachrichtenagentur KUNA mitteilte. Das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien berichtete, Geschosse in der östlichen Region abgefangen und zerstört zu haben. 

Mehrere Angriffswellen auf Israel

Einen intensiven Raketenbeschuss aus dem Iran meldete das Militär in Israel. Die Armee sprach von fünf Angriffswellen binnen zwei Stunden. In zahlreichen Gebieten Israels - darunter im Großraum Tel Aviv, in Jerusalem sowie im Norden des Landes - gab es Raketenalarm.

Nach Angaben von Armee und Rettungskräften schlugen Geschosse an mehreren Orten ein. Laut einem Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt.

Das israelische Militär wiederum nahm nach eigenen Angaben "großangelegte Angriffe" auf weite Teile des Irans vor.

se/jj (dpa, rtr, ap, afp)