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Insiderwetten: US-Soldat nach Maduro-Wette festgenommen

24. April 2026

Ein US-Soldat ist wegen mutmaßlicher Insiderwetten angeklagt worden. Laut Justiz nutzte er auf Polymarket vertrauliche Informationen über die Festnahme des venezolanischen Ex-Staatschefs Nicolás Maduro.

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Symbolbild Prozess Bitzlato
Die US-Justiz will gegen die Geschäftemacherei mit Insiderwissen vorgehenBild: Andrew Harnik/AP Photo/picture alliance

Ein US-Soldat ist festgenommen worden, weil er laut Ermittlern eine Wette mithilfe vertraulicher Informationen platziert haben soll. Dabei ging es um die im Januar erfolgte Festnahme des damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Der 38‑Jährige soll auf den Einsatz der US-Armee gewettet haben. Die Wette habe er auf der kryptobasierten Prognosemarkt-Plattform Polymarket platziert, heißt es. Nach Angaben des US-Justizministeriums erzielte er damit einen Gewinn von fast 410.000 Dollar. Das geht aus der veröffentlichten Anklageschrift hervor.

USA Washington D.C. 2026 | Todd Blanche bei Pressekonferenz
US-Justizminister Todd Blanche setzt auf Diskretion bei vertraulichen Informationen (Archivbild) Bild: Nathan Posner/Anadolu Agency/IMAGO

Der Soldat war den Justizbehörden zufolge an der Planung und Ausführung des Einsatzes zur Festnahme Maduros beteiligt. "Unsere Männer und Frauen in Uniform werden mit vertraulichen Informationen betraut, damit sie ihren Auftrag erfüllen können und es ist ihnen untersagt, diese höchst sensiblen Informationen zu ihrem persönlichen finanziellen Vorteil zu nutzen", erklärte der amtierende US-Justizminister Todd Blanche.

Höchstrafe liegt bei bis zu 50 Jahren Haft

Auf der Plattform Polymarket kann man nach dem Prinzip von Börsenkontrakten Wetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse abschließen. Der Soldat setzte der Klageschrift zufolge gut 33.000 Dollar unter anderem darauf, dass Maduro Ende Januar nicht mehr im Amt sein werde und zugleich US-Truppen in Venezuela eingesetzt würden. 

Der Klageschrift zufolge schleuste der Soldat seinen Gewinn über ein Kryptowährungs-Konto im Ausland - und beantragte bei Polymarket auch die Schließung seines Accounts, um seine Identität zu verschleiern.  

Symbolbild Polymarket | Logo auf Smartphone mit Börsenkursen
Auf der Plattform Polymarket kann man auf das Eintreten bestimmter Ereignisse wettenBild: Omar Marques/ZUMA/IMAGO

Dem US-Soldaten wird laut Anklageschrift unter anderem Überweisungsbetrug und eine unzulässige Geldtransaktion vorgeworfen. Sollte er in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Höchststrafe von 50 Jahren Haft.

Wetten mit Insiderwissen durchaus verbreitet     

Es ist der jüngste Fall der Verwendung von Insiderwissen, um auf Entscheidungen der US-Regierung zu wetten. Anfang des Jahres hatten sechs Konten auf Polymarket 1,2 Millionen Dollar gewonnen, nachdem sie darauf gesetzt hatten, dass die US-Armee am 28. Februar den Iran angreifen werde. An genau diesem Tag brach der Iran-Krieg aus. Im Zusammenhang mit diesen Wetten wurden bislang keine Festnahmen vorgenommen. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass US-Präsident Donald Trump oder Mitarbeiter des Weißen Hauses mit den Wetten in Verbindung stehen.

Polymarket teilte mit, den Nutzer, der die Wetten platzierte, dem Justizministerium gemeldet und mit den Behörden kooperiert zu haben. "Insiderhandel hat auf Polymarket keinen Platz", erklärte das Unternehmen. "Die heutige Festnahme beweist, dass das System funktioniert."

Höchst umstrittene Plattformen

Die Vorhersage-Plattformen Polymarket und Kalshi sind in den USA umstritten. Einige Bundesstaaten versuchen, solche Angebote wie Wett-Dienste zu regulieren. Die Handelsaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) beharrt dagegen darauf, dass es sich dabei eher um Börsen handelt, und sieht sich in der Zuständigkeit. Die CFTC zog auch gegen den Soldaten vor Gericht.

USA New York City 2026 | Nicolas Maduro trifft per Hubschrauber am Manhattan-Heliport ein
Nicolas Maduro wurde von US-Soldaten gefangen genommen und anschließend in die USA gebrachtBild: Eduardo Munoz/REUTERS

Das US-Militär hatte am 3. Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas angegriffen, Präsident Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Seitdem leitet die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin die Geschicke des südamerikanischen Landes.

as/wa (afp, dpa)

 

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