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PolitikGlobal

News kompakt: IEA-Chef warnt vor schwerer Energie-Krise

23. März 2026

Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, zieht Vergleiche zu den Öl-Krisen der 1970er-Jahre. Die Weltwetterbehörde warnt vor einem zunehmend kippenden Klima. Das Wichtigste in Kürze.

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Australien Canberra 2026 | IEA-Direktor Fatih Birol bei Rede im National Press Club (23.03.2026)
IEA-Direktor Birol im National Press Club in Canberra Bild: Lukas Coch/AAP/REUTERS

Angesichts des Iran-Kriegs warnt die Internationale Energieagentur (IEA) vor der womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten. IEA-Chef Fatih Birol sagte vor Pressevertretern in Australiens Hauptstadt Canberra, die Krise sei "sehr ernst" und schlimmer als die beiden Ölschocks der 1970er-Jahre zusammen. Angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus sprach Birol außerdem von einer "großen Bedrohung" für die Weltwirtschaft.

Die IEA erwägt nun die Freigabe ⁠weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und ⁠Europa, so Birol. Die IEA-Mitgliedstaaten hatten bereits vor anderthalb Wochen die Freigabe von 400 Millionen Fass Öl aus der Notreserve beschlossen.

Weltwetterbehörde warnt vor einem zunehmend kippenden Klima

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels schlägt die Weltwetterorganisation (WMO) Alarm. Das Klima sei "stärker aus dem Gleichgewicht geraten als jemals zuvor", teilte die Organisation in Genf mit. Die WMO, die zu den Vereinten Nationen gehört, verweist in ihrem Jahresrückblick auf steigende Temperaturen, die hohe Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre sowie die Eisschmelze. 2025 gehörte demnach zu den heißesten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In dem aktuellen Jahresbericht führt die WMO auch erstmals Daten zum Energie-Ungleichgewicht der Erde auf. Dabei geht es darum, wie viel Energie in Form von Sonnenlicht auftrifft und wie viel der Planet davon als Wärme ins All zurückstrahlt. Das ist ein Prozess, der durch Treibhausgase beeinträchtigt wird. Dieses Ungleichgewicht habe seit 1960 zugenommen und sei vergangenes Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen, meldet die WMO.

Vereinte Nationen wollen wandernde Tierarten schützen

In Brasilien beginnt an diesem Montag eine UN-Konferenz zum Schutz von wandernden Wildtieren. Bei dem einwöchigen Treffen in Campo Grande kommen Vertreter von Regierungen, Wissenschaft, indigenen Gemeinschaften und Umweltorganisationen zusammen, um über Maßnahmen gegen den Rückgang vieler Arten zu beraten.

Malediven 2026 | Ein Ammenhai (27.01.2026)
Ammenhai vor den MaledivenBild: Tahsin Ceylan/Anadolu/picture alliance

Ein Bericht im Vorfeld der Konferenz zeigt die Dimension der Krise: Rund 49 Prozent der untersuchten Populationen wandernder Tierarten nehmen ab, etwa ein Viertel der Arten ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Lage im Meer, wo viele Fischarten stark gefährdet sind - unter anderem Haie. Das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder Wildtiere ist auch als Bonner Konvention bekannt und gilt als zentrales internationales Abkommen zum Schutz dieser Arten.

Trump schickt ICE-Beamte an Flughäfen in den USA

Ab diesem Montag sollen Mitarbeiter der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE Sicherheitskontrollen an Airports in den Vereinigten Staaten übernehmen. Das kündigte Präsident Donald Trump an. Grund ist der Streit um die Weiterfinanzierung des US-Heimatschutzministeriums.

USA Atlanta 2026 | Lange Schlangen am Flughafen (22.03.2026)
Warteschlange vor dem Security-Check am Flughafen Atlanta (am Sonntag)Bild: Megan Varner/Getty Images

Eigentlich ist die Transportation Security Administration (TSA) an US-Flughäfen für die Sicherheitskontrollen an den Gates verantwortlich. Wegen der seit Mitte Februar andauernden Haushaltsblockade werden TSA-Mitarbeiter derzeit aber nicht bezahlt, viele haben sich krankgemeldet. Die oppositionellen Demokraten und Trumps Republikaner schieben sich dafür gegenseitig die Schuld zu. ICE-Beamte kamen bisher vor allem bei Abschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung zum Einsatz. Sie gerieten wegen ihrer teils brutalen Razzien in die Negativschlagzeilen.

CDU gewinnt rheinland-pfälzische Landtagswahl

Nach dem Machtwechsel in Rheinland-Pfalz kommen die Spitzengremien der Parteien an diesem Montag zu Beratungen in Deutschlands Hauptstadt Berlin zusammen. Am Sonntag hatten die konservative CDU und ihr Spitzenkandidat Gordon Schnieder die Landtagswahl in dem südwestdeutschen Bundesland gewonnen. Damit verlieren die dort seit 35 Jahren regierenden Sozialdemokraten den Posten des Ministerpräsidenten.

Voraussichtlich werden beide Parteien in der Landeshauptstadt Mainz - wie auf Bundesebene - eine schwarz-rote Koalition bilden. Offen ist noch, welche Folgen das Wahlergebnis von Rheinland-Pfalz auf die künftige Ausrichtung von CDU und SPD hat und wie sich das auf die gemeinsame Arbeit in der Bundesregierung auswirkt.

Demonstration in Berlin gegen sexualisierte Gewalt im Netz

In Deutschlands Hauptstadt sind am Sonntag Tausende Menschen gegen sexualisierte digitale Gewalt auf die Straße gegangen. Die Veranstalterinnen sprachen von 13.000 Teilnehmenden, die Polizei schätzte die Zahl auf knapp 7000. Die Kundgebung in Berlin fand aus Solidarität mit der Moderatorin Collien Fernandes statt. Sie wehrt sich gegen sogenannte Deepfake-Videos im Internet, in denen Aufnahmen von ihr teils täuschend echt mit pornografischen Inhalten gekoppelt wurden. Fernandes hatte öffentlich gemacht, dass sie Opfer dieser Art digitaler Gewalt wurde, und vor einigen Tagen in einem Interview den mutmaßlichen Täter genannt.

Deutschland Berlin 2026 | Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt, Protesierende zeigen Schilder mit Aufschriften wie, "... aber jede Frau" und "Gewalt gegen Frauen gefährdet Demokratie" (22.03.2026)
Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt in Berlin (am Sonntag)Bild: Daniel Lakomski/Jan Huebner/IMAGO

An der Kundgebung in Berlin nahmen zahlreiche prominente Politikerinnen teil, so die frühere Bundesfrauenministerin Lisa Paus von den Grünen, die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang und die Ex-SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken. Die Aktivistin Luisa Neubauer forderte in einem Redebeitrag "Gesetze, die nicht länger die Täter schützen, sondern die Opfer".

AR/haz/pgr (afp, dpa, rtr, epd, ap)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.