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40 Passagiere verlassen Schiff vor Hantavirus-Meldung

7. Mai 2026

Von dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" - mit dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch - gingen vorzeitig deutlich mehr Passagiere von Bord, als bislang bekannt. Weltweit wird nun nach Kontaktpersonen gesucht.

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Kap Verde Praia 2026 | Ein kleines Boot, das drei Menschen vom Kreuzfahrtschiff aufgenommen hat, vor der "MV Hondius"
Die "MV Hondius" - hier noch vor den Kapverdischen Inseln - ist nun auf dem Weg nach Teneriffa Bild: Reuters TV/REUTERS

Etwa 40 Passagiere der "MV Hondius" haben das Kreuzfahrtschiff bereits während eines Zwischenstopps an der abgelegenen Südatlantikinsel St. Helena verlassen. Das teilte das Außenministerium der Niederlande an diesem Donnerstag mit.  Der Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions sprach dagegen jetzt von 29 Passagieren, die dort von Bord gegangen seien. Vor dem Halt auf dem britischen Territorium war noch unklar, ob sich der zuvor verstorbene Passagier aus den Niederlanden mit dem Hantavirus infiziert hatte.   

Der niederländische Veranstalter hatte bislang nur bekannt gegeben, dass eine Niederländerin mit dem Leichnam ihres Mannes auf St. Helena von Bord gegangen sei. Sie flog anschließend mit einem Linienflug nach Südafrika und starb, nachdem sie auf dem Flughafen in Johannesburg zusammengebrochen war. Das Unternehmen hatte nicht bestätigt, dass noch weitere Personen auf St. Helena das Schiff verlassen hatten. 

Suche nach Kontaktpersonen des Kreuzfahrtschiffes

Weltweit versuchen Behördenvertreter nun, die Kontaktpersonen aller Passagiere ausfindig zu machen, die vorzeitig von Bord gegangen waren. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Drei Menschen starben bislang, das niederländische Ehepaar und eine Deutsche. Bei acht weiteren Personen besteht der Verdacht, dass sie sich mit dem Hantavirus infiziert haben, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an diesem Donnerstag mitteilte.

Unterdessen landete im niederländischen Amsterdam ein zweites Sanitätsflugzeug. An Bord war ein erkranktes Crew-Mitglied der "Hondius", dessen Gesundheitszustand als "stabil" bezeichnet wurde.

Niederlande Schiphol 2026 | Krankenwagen an einem Flugzeug
Krankenwagen hinter der zweiten Evakuierungsmaschine am Flughafen Amsterdam-Schiphol Bild: Michel Van Bergen/ANP/dpa/picture alliance

Im Universitätsklinikum Düsseldorf im Bundesland Nordrhein-Westfalen wird weiter eine Frau untersucht, die laut Behörden Kontakt zu der am 2. Mai auf dem Kreuzfahrtschiff verstorbenen Deutschen hatte. Ein Klinikmitarbeiter sprach von "Abklärungsuntersuchungen". Die 65-jährige deutsche Staatsbürgerin sei eine "Kontaktperson ohne Symptome". Sie war am Mittwochabend mit einer zweiten vom Schiff evakuierten Person in Amsterdam gelandet.

Deutschland Düsseldorf 2026 | Polizisten stehen vor der Uniklinik
Polizisten sichern am Mittwochabend die Eingänge der Uniklinik in Düsseldorf Bild: Christoph Reichwein/dpa/picture alliance

Kreuzfahrtschiff steuert jetzt Teneriffa an 

Die "MV Hondius", die seit Sonntag vor den Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas vor Anker lag, nahm am Mittwoch nach der Evakuierungsaktion Kurs auf die spanische Insel Teneriffa. Dort wird das Kreuzfahrtschiff nach Angaben von Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García Gómez "innerhalb von drei Tagen" im Hafen von Granadilla anlegen. Auf der Urlaubsinsel gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden.

Argentinien lässt nach Ursprung des Virus suchen 

Das Kreuzfahrtschiff hatte seine Reise in Ushuaia, das in der argentinischen Provinz Feuerland im Süden des Landes liegt, begonnen. Die argentinischen Behörden schicken deswegen nun Experten für Infektionskrankheiten dorthin. Diese sollen nach einer "möglichen Präsenz des Virus" suchen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Sie würden dabei in Gebiete reisen, die zuvor von dem niederländischen Ehepaar besucht wurden, das an einer Infektion mit dem Hantavirus verstorben war. 

Das Gesundheitsministerium in Buenos Aires wies darauf hin, es sei "nicht bestätigt, dass die Ansteckung in Argentinien stattgefunden hat". Feuerland habe "seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1996 keinen einzigen Hantavirus-Fall gemeldet".

Das Ehepaar hatte vor seiner Kreuzfahrt mehrere Länder in Südamerika bereist. Es war laut Behörden-Angaben am 27. November in Argentinien angekommen, reiste anschließend nach Chile und Uruguay weiter und kehrte dann am 27. März nach Argentinien zurück. Am 1. April gingen die Niederländer an Bord der " MV Hondius".

se/pgr (ap, rtr, dpa, afp)

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