Guterres nimmt EU in die Pflicht | Aktuell Europa | DW | 16.06.2019
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Klimaschutz

Guterres nimmt EU in die Pflicht

Die EU-Länder müssten viel mehr tun gegen den Klimawandel, fordert der UN-Generalsekretär. Unterstützung kann er von den deutschen Grünen erwarten, die nationale Klimaprojekte mit einem neuen Fonds vorantreiben wollen.

Die Europäische Union soll nach dem Willen von UN-Generalsekretär Antonio Guterres ihr Tempo beim Klimaschutz anziehen. Die EU solle sich das Ziel setzen, den Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu senken, fordert Guterres in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk. Das wäre deutlich mehr als die bisher angestrebten 40 Prozent.

Er zähle auf die EU, im Kampf gegen den Klimawandel als Schrittmacher zu fungieren, so der aus Portugal stammende UN-Generalsekretär. Die globale Erwärmung müsse (im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter) auf 1,5 Grad begrenzt werden. Im Pariser Klimaabkommen hatte sich die Weltgemeinschaft 2015 darauf verständigt, den Temperaturanstieg auf höchstens zwei Grad - möglichst aber 1,5 Grad - zu deckeln, um katastrophale Folgen abzuwenden.

"Massive Investitionen"

In Deutschland möchten die Grünen derweil bei der Finanzierung von Klimaschutz-Maßnahmen neue Wege gehen. "Wir stehen mit der Klimakrise vor einer Generationenaufgabe. Im Vergleich zur deutschen Einheit sogar noch größer, weil wir weniger Zeit haben und schneller massive Investitionen brauchen", sagte die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der Zeitung "Bild am Sonntag". Das sei nicht einfach nebenbei aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. "Wir wollen deshalb einen Klimafonds, aus dem alle nationalen Klimaprojekte finanziert werden." In den kommenden Wochen werde ihre Fraktion dazu ein Konzept vorlegen.

Deutschland | Katrin Göring-Eckardt (Getty Images)

Göring-Eckardt: "Klar ist: Die Klimakosten müssen künftig gebündelt werden."

Zum Finanzbedarf verwies Göring-Eckardt auf Schätzungen von Forschern, wonach Investitionen in Infrastruktur und Maßnahmen gegen die Folgen des schon erfolgten Klimawandels einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten würden. Das gehe von neuen Stromleitungen über höhere Dämme gegen die Sturmfluten bis hin zur Umforstung der Wälder. "Der Staat müsste weitaus mehr Geld ausgeben, wenn wir jetzt nichts tun", mahnte die Fraktionschefin. Ob ein Klimafonds sich über neue Schulden oder auch über Steuererhöhungen finanzieren soll, ließ sie offen.

wa/cgn (rtr, dpa)

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